Frauenberger: "Fekters Aktionsplan ist Bruchlandung"

Mangelhafte Einbindung der Länder und Gemeinden

Wien (OTS) - "Der heute präsentierte Aktionsplan für Integration ist Lichtjahre von einem vernünftigen Maßnahmenkonzept entfernt. Schreibtischintegration garniert mit law & order ist definitiv nicht das, was Österreich wirklich braucht", erklärte die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger in einer ersten Reaktion auf das von Innenministerin Maria Fekter heute Dienstag präsentierte Papier. Die Stadträtin übte auch Kritik an der mangelhaften Einbindung der Länder und Gemeinden. ****

Frauenberger kritisierte weiters "die nach wie vor fehlende umfassende Integrationsbegleitung und die verschärften Regelungen beim Erwerb der deutschen Sprache". Frauenberger: "Ohne Zweifel ist die Sprache der Schlüssel zur Integration. Aber der Zugang zu entsprechenden Kursen muss leicht zugänglich und vor allem kostengünstig sein." Die Integrationsstadträtin wies in diesem Zusammenhang auf das vorbildliche Wiener Spracherwerbskonzept inklusive der 300 Euro Sprachgutscheine und die erfolgreiche Integrationsbegleitung "StartWien" hin. "StartWien" unterstützt NeuzuwanderInnen dabei, nach der Einreise in Wien rasch Fuß zu fassen, was die Sprache, den Job, die Bildung der Kinder etc. betrifft. Im Rahmen dieses Programms werden ZuwanderInnen auch die Rechte und Pflichten sowie die Spielregeln des Zusammenlebens vermittelt.

Frauenberger: "Wien ist im Integrationsbereich best practice"

Auch die ausschließliche Orientierung auf Probleme und Defizite, zeige, dass der Aktionsplan völlig unausgegoren sei und nicht mehr als eine "Husch-Pfusch-Aktion", betonte die Wiener Integrationsstadträtin. So werde etwa das Potenzial, das ZuwanderInnen mitbringen, völlig ausgeklammert, sagte sie. Diese mitgebrachten Qualifikationen und gerade auch die Mehrsprachigkeit seien aber für den Wirtschaftstandort und für die Konkurrenzfähigkeit Österreichs im internationalen Wettbewerb unverzichtbar, unterstich Frauenberger. Wien habe dafür die Wiener Zuwanderungskommission ins Leben gerufen, die auch ein taugliches und transparentes Steuerungssystem für Zuwanderung entwickeln soll. Der Bericht der Kommission wird Anfang nächsten Jahres vorliegen.

Frauenberger abschließend: "Es muss endlich eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema Integration stattfinden, und zwar unter Einbeziehung aller relevanten Player in diesem Bereich. Alleingänge á la Fekter sind in dieser gesellschaftspolitisch so sensiblen und wichtigen Materie mehr als kontraproduktiv. Wien hat im Integrationsbereich jedenfalls eine ganze Reihe von best practice Beispielen vorzuweisen. Und Wien ist auch zu echter Mitarbeit bereit, aber als Feigenblatt für die Inszenierung der Innenministerin stehen wir nicht zur Verfügung."(schluss) gph

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