Wirtschaftskammer: Ja zu Förderung von Deutschkenntnissen, aber keine neuen Hürden für Spitzenkräfte

WKÖ-Generalsekretärin Hochhauser befürwortet Vorhaben der Regierung in Richtung bessere Integration, warnt aber vor Barrieren für Spitzenkräfte

Wien (OTS/PWK994) - Als "positiv und sehr willkommen" begrüßt
die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, dass die österreichische Bundesregierung dem Thema Integration einen wichtigen Stellenwert einräumt und auf Basis der bereits geleisteten Vorarbeiten im Rahmen der Integrationsplattform nun ein Nationaler Aktionsplan für Integration mit konkreten Vorschlägen beschlossen werden soll. "Neben der Bewältigung bestehender Herausforderungen im Bereich Integration geht es insbesondere darum, die Chancen, die sich Österreich durch die Zuwanderung aus dem Ausland und die damit einhergehende Vielfalt bieten, stärker in den Vordergrund zu rücken. Der Nationale Aktionsplan ist dafür ein wichtiges Instrument."

Kritisch steht die Wirtschaftskammer jedoch einem verpflichtenden Nachweis von Deutschkenntnissen noch vor der Einreise vor allem im Hinblick auf gut qualifizierte Zuwanderer gegenüber. "Sprachkenntnisse sind ein wichtiger Faktor für die Integration und sollen bei der Zuwanderung nach Österreich unbedingt honoriert werden. Es darf daraus aber keine Hürde für internationale Spitzenkräfte werden", so Hochhauser.

Gemäß dem von der WKÖ gemeinsam mit der Industriellenvereinigung und der Internationalen Organisation für Migration entwickelten zukunftsorientierte Migrationsmodell, in dessen Zentrum ein Punktesystem nach kanadischen Vorbild steht, sollen Deutsch- bzw. Englischkenntnisse daher mit einer hohen Punktezahl belohnt werden. Wer gut Deutsch spricht, hätte somit deutlich bessere Chancen auf Zuwanderung nach Österreich. "Eine exportorientierte Volkswirtschaft wie Österreich kann es sich aber nicht leisten, dass Spitzenkräfte abgewiesen werden, weil sie vor der Einreise nicht ausreichend Deutsch können - auch vor dem Hintergrund, dass in einigen internationalen Unternehmen Englisch Arbeitssprache ist", stellt Hochhauser fest.

Die Wirtschaftskammer erneuert zudem ihre Forderung nach einer raschen Umsetzung der im Regierungsprogramm vorgesehenen Rot-Weiß-Rot-Card, mit der die Zuwanderung nach objektiven Kriterien gestaltet werden soll und die nach einer aktuellen Umfrage auch von mehr als zwei Drittel der Österreicher befürwortet wird. "Wir haben mit unserem Vorschlag für ein zukunftsorientiertes Migrationsmodell bereits ein umfassendes und transparentes Konzept vorgelegt. Ziel muss sein, genau jenen gut qualifizierten Menschen eine Zuwanderung nach Österreich zu ermöglichen, die tatsächlich benötigt werden. Es geht also nicht um mehr Zuwanderung, sondern um qualifizierte Zuwanderung entsprechend den Bedürfnissen am Arbeitsmarkt, wodurch wiederum neue Arbeitsplätze geschaffen werden", so die WKÖ-Generalsekretärin abschließend. (SR)

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