Karas: EU-Kleinstkredite für Arbeitslose und Gründer

Europaparlament beschließt Mikrofinanzierungsinstrument für Beschäftigung

Straßburg, 15. Dezember 2009 (OTS-PD) Mit einem neuen EU-Mikrofinanzierungsinstrument für Beschäftigung will Europa vor allem Arbeitslosen eine Chance auf einen Neuanfang geben und den stärksten benachteiligten Gruppen unserer Gesellschaft den Weg in die Selbständigkeit ebnen. Mit der Erweiterung einer gezielten Unterstützung für Neuunternehmer und Kleinstunternehmen sollen EU-Förderungen für Mikrokredite von unter 25.000 Euro bereitgestellt werden. "2008 hat in Österreich die Zahl der Ein-Personen-Unternehmen mit 205.276 Betrieben ein Rekordniveau erreicht. Für sie und für die vielen Kleinunternehmen mit weniger als zehn Angestellten ist das neue EU-Mikrofinanzierungsinstrument ein interessanter und positiver Impuls. Mit diesem arbeitsmarktpolitischen und gleichzeitig an marktwirtschaftlichen Prinzipien orientierten Instrument können wir die Arbeitslosigkeit besser bekämpfen und Unternehmensgründungen fördern. Ich hoffe stark, dass das neue Instrument in Österreich auch genutzt werden wird. Die zur Verfügung stehenden Mittel sollen möglichst unbürokratisch vergeben werden", begrüßte EVP-Vizepräsident Mag. Othmar Karas den neuen europäischen Mehrwert dieser Initiative. ****

Das Europaparlament hatte im März 2009 in einer Entschließung eine europäische Initiative zur Entwicklung von Kleinstkrediten für mehr Wachstum und Beschäftigung gefordert, auch der EU-Frühjahrsgipfel 2009 hatte die Verbesserung des Zugangs zur Beschäftigung als eine von drei Schlüsselprioritäten festgelegt. In Folge präsentierte die EU-Kommission im Juni 2009 ihren Vorschlag für ein neues EU-Mikrofinanzierungsinstrument für Beschäftigung. "Der eingeschränkte Zugang zu Krediten auf Grund der Wirtschaftskrise macht es gerade für Arbeitslose oder junge Menschen viel schwieriger, ihr eigenes Unternehmen aufzubauen. Die Förderung des Unternehmertums ist aber essentiell für mehr Wachstum und Beschäftigung. Eine entsprechende EU-Unterstützung für Mikrokredite macht daher absolut Sinn", so Karas.

Neben finanzieller Unterstützung sollen Einzelunternehmer und Gründer von Kleinstunternehmen auch Unterstützung in Form von Mentoring, Schulungen, Coaching und Kompetenzentwicklung erhalten. Geplant ist auch eine umfassende Unterstützung von Kleinstunternehmern und Neugründern, die benachteiligte Personen wie Arbeitslose, von sozialer Ausgrenzung bedrohte Menschen oder Personen, die keinen Zugang zu kommerziellen Bankkrediten haben, beschäftigen. Zielgruppe sind auch junge Menschen die ein eigenes Kleinstunternehmen gründen wollen.

100 Millionen Euro sollen aus Mitteln der Europäischen Union für dieses Instrument zur Verfügung gestellt werden. Die europäische Kommission wollte ursprünglich die Mittel für die Finanzierung des Instruments aus dem Programm PROGRESS entnehmen. Dieses Programm ist das 'Armutsprogramm' der EU und dient der Unterstützung der schwächsten Gesellschaftsgruppen durch Maßnahmen gegen Diskriminierung, für Beschäftigungsmaßnahmen und den Kampf gegen soziale Ausgrenzung. "Wir wollen die PROGRESS-Mittel aber nicht verringern, denn so käme es nur zu einer reinen Umverteilung. Das Europäische Parlament fordert frisches Geld und eine eigene Haushaltszeile", betonte Karas. "Schnelles Handeln ist aber notwendig, denn die Krise trifft die Menschen jetzt. Das Instrument sollte daher bereits am 1. Jänner 2010 anlaufen, die Einigung mit dem Rat über den genauen Topf, aus dem die Finanzierung erfolgen soll, kann dann auch rückwirkend wirksam werden", sagte Karas abschließend.

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