ARBÖ fordert geförderte Spritspartrainings für alle

Ohne Tankexporte sind CO2-Emissionen der Pkw seit 1990 nur um 18,6 Prozent gestiegen

Wien (OTS) - Die Autofahrer haben bereits viel zur Vermeidung von CO2 beigetragen und werden es auch in Zukunft tun. So wären durch eine Verbesserung des persönlichen Fahrstils CO2-Einsparungen von bis zu 25 Prozent möglich. "Geförderte Spritspartrainings für alle wäre daher ein optimaler Schritt zu mehr Energieeffizienz beim Verkehr", schlägt der ARBÖ vor. Dadurch könnten im Schnitt jährlich mindestens eine Million Tonnen CO2 im Inland eingespart werden, geht aus einem ausgeklügelten Konzept hervor, das der ARBÖ schon vor zwei Jahren gemeinsam mit den Fahrschulen und dem ÖAMTC entwickelt hat. Die Mittel dafür könnten aus dem Klimafonds kommen, der ohnehin - seit der Erhöhung der Mineralölsteuer Mitte 2008 - von den Autofahrern gespeist wird.

Der ARBÖ bietet kostenpflichtige Spritspartrainings in allen seinen drei Fahrsicherheitszentren bereits an, hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass hauptsächlich nur Firmen auf dieses Angebot zurückgreifen. Weitere Vorschläge des ARBÖ: Zu überlegen wäre ein jährliche Abgasprüfung in Zuge des "Pickerl" (Wiederkehrende Begutachtung §57a) und die Unterstützung alternativer Antriebe wie E-Mobilität, Erdgas und das Forcieren neuer Mobilitätsmodelle wie das CarSharing, das der ARBÖ seinen Mitgliedern bereits zu einer günstigeren Jahresgebühr anbietet (39 Euro statt 60 Euro).

Mit Vehemenz wehrt sich der ARBÖ gegen Behauptungen, der Verkehr bzw. die Autofahrer hätten die stärkste Steigerung der CO2-Emissionen seit 1990 zu verantworten. "Die CO2-Emissionen der Pkw in Österreich hat sich zwischen 1990 und 2007 von 8,85 auf 10,5 Millionen Tonnen erhöht. Das entspricht einem Anstieg um 18,6 Prozent", rechnet der ARBÖ vor. Diese Zahlen hat nicht etwa der ARBÖ erfunden, sondern beim Umweltbundesamt recherchiert. In diesen 17 Jahren ist aber die Zahl der Autos von 2,99 auf 4,24 Millionen angestiegen, um 42 Prozent. Auf den enormen Anstieg von 73 Prozent kommt man nur, wenn man alles in denselben Topf wirft (Lkw, Pkw)und vor allem den Tankexport dazurechnet, der in diesen Jahren tatsächlich massiv angestiegen ist:
von 47.000 Tonnen auf 7,2 Millionen Tonnen, so der ARBÖ.

Bereits am 1. Januar 2010 tritt die nächste Verschärfung für Autokäufer in Österreich in Kraft: Der CO2-Malus bei der Normverbrauchsabgabe (NoVA) greift dann schon ab 160 g/km und nicht erst ab 180 g/km. Autokäufer, die sich ein Auto zulegen, das über 160 g/km CO2 ausstößt müssen pro überschüssigem Gramm 25 Euro zusätzlich NoVA zahlen. Ab Januar 2010 wird auch die Lkw-Maut ökologisiert. Auf europäischer Ebene sind Autohersteller beginnend mit 2014 gezwungen, den CO2-Ausstoß ihrer Flotten schrittweise auf 120 g/km zu senken.

Die veralterten Kioto-Zahlen aus dem Jahr 2007, auf denen in öffentlichen Diskussionen "herumgeritten" wird, ignorieren jene massiven Verbesserungen, die in den Jahren 2008 und 2009 im Verkehrsbereich umgesetzt werden konnten. Nach Schätzungen des ARBÖ ist es in diesen Jahren gelungen, die CO2-Emissionen aus dem Verkehr um weitere 2,6 Millionen Tonnen zu reduzieren.

Der ARBÖ listet zunächst auf, was 2008 und 2009 im Verkehrsbereich geleistet wurde, um die CO2-Emissionen des Verkehrs in Österreich zu drosseln. Diese Leistungen können sich aber logischerweise nicht in den Klimabericht für das Jahr 2007 niederschlagen.

2008:
* Treibstoffverbrauch um 3,75 Prozent gesunken (Es wurde weniger gefahren, Spritsparkurse, u.a. beim ARBÖ)
* Erstmals das gesamte Jahr lang Zumischung von Ethanol zu Benzin
* CO2-Ausstoß neu zugelassener Pkw von 169 auf 159 g/km gesunken (CO2-Malus bei NoVA seit Juli 2008)

2009:
* Treibstoffverbrauch neuerlich um drei Prozent gesunken (krisenbedingt)
* Aufstockung Bio-Anteil bei Diesel von 4,9 auf 6,9 Prozent
* 30.000 Uraltautos durch Verschrottungsprämie in CO2-arme Autos eingetauscht
* Schon 71 Prozent der neu gekauften Autos mit weniger als 160 g/km CO2-Ausstoß in den ersten zehn Monaten
* Über 90 Prozent der neue gekauften Diesel-Pkw mit Dieselpartikelfilter

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