Leitl zu Klimaschutzgipfel: Europa muss alle großen CO2-Emittenten mit gleichwertigen Verpflichtungen ins Boot bekommen

Europa muss Vorzeigeregion für nachhaltig prosperierende Wirtschaft werden - Industrie und Ökoenergiebranche nicht gegeneinander ausspielen

Wien (OTS/PWK983) - "Die Missverständnisse zur Kopenhagener Klimakonferenz häufen sich. Klar muss sein, dass der Klimaerwärmung globale Strategien entgegengesetzt werden müssen. Ein europäischer Alleingang bringt nichts für den Klimaschutz, da es keine Auswirkung auf das Weltklima hat, ob Europa 20 oder 30 % seines 13 prozentigen Anteils an den weltweiten Treibhausgasemissionen einspart. Europa muss die restlichen 87% der Weltemissionen ins Boot holen. Dazu ist es erforderlich, nicht zu jedem Klimaabkommen ja zu sagen, sondern nur zu einem solchen, das uns dem 2-Grad-Ziel der Weltgemeinschaft (keine Erderwärmung über zwei Grad Celsius) näher bringt", betonte heute, Freitag, der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl.

Europa muss zeigen, dass Umwelt- und Klimaschutz in einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell mit wirtschaftlicher Prosperität vereinbar ist. Dann werden auch anderen Regionen der Erde Interesse an diesem Weg zeigen. Dazu dürften aber keinesfalls die energieintensive Wirtschaftszweige aufs Spiel gesetzt werden, deren Abwanderung in andere Weltregionen für den globalen Klimaschutz und den europäischen Wohlstand fatal wäre.

Einem anderen Missverständnis zufolge muss sich Österreich zwischen den Bewahrung der energieintensiven Industrie und dem Ausbau der erneuerbaren Energietechnologien entscheiden. "Das ist unsinnig:
Als ob die Festlegung des überambitionierten österreichischen Kyoto-Ziels den österreichischen Energietechnikbetrieben geholfen hätte. Das Gegenteil war der Fall: Jetzt müssen wir 1 Milliarde Euro für Strafzahlungen aufwenden, die wir sehr gut für den Umbau des österreichischen Energiesystems gebrauchen hätten können. Wir waren die ersten, die vor den Strafzahlungen gewarnt haben", so Leitl.

So ist es auch diesmal: Übernehmen wir uns, laufen wir in gigantische Strafzahlungen hinein, die die erwähnte Milliarde Euro noch deutlich übertreffen werden. Es ist wie im kaufmännischen Leben:
Wer mehr verspricht als er halten kann, den bestraft die Geschichte. "Die Lehre aus der österreichischen Kyoto-Misere, vor der die WKÖ rechtzeitig gewarnt hat, kann nur sein: erstens, dass wir Verpflichtungen eingehen, die wir erfüllen können, und zweitens, dass wir die Verpflichtungen auch tatsächlich erfüllen", betont der WKÖ-Präsident. Daher sollte Europa bei der bereits zugesagten Co2-Reduktion von 20 Prozent bleiben.

Dann könne es auch nicht passieren, dass ein Land wie Österreich, das bei allen Strukturvergleichen zum Klimaschutz im Vorderfeld liegt, plötzlich wegen der Verfehlung eines unüberlegt eingegangenen Reduktionsziels international am Pranger steht. Nur Schweden und Frankreich, die massiv Atomstrom einsetzen, haben, bezogen auf die Wirtschaftsleistung, geringere CO2-Emissionen als hierzulande. Leitl:
"Österreich belegt in Sachen Co2-Intensität - also Emissionen pro Einheit BIP - in der EU Rang Drei. Allein dieses sehr gute Ergebnis zeigt, wie widersinnig es ist, unser Land als Klimasünder wider besseres Wissen zu kritisieren und unter Beschuss zu nehmen."

"Österreich ist am richtigen Weg, dies unterstreicht auch das sensationelle Wachstum unserer Umwelt- und Energietechnikbranche im letzten Jahrzehnt", so Leitl. Absurd sei es, Umweltminister Niki Berlakovich für das Nichterreichen des Kyoto-Ziels verantwortlich zu mache, denn er zeichnet weder für die überzogene Selbstverpflichtung Österreichs im Jahr 1997 noch für die Versäumnisse danach verantwortlich. Gerade Berlakovich hat mit Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner kurz nach Amtsantritt das einzig Richtige getan, nämlich eine umfassende, zukunftsweisende Energie- und Klimastrategie einzurichten, die Österreich den Weg zur Erreichung der für 2020 gesteckten Ziele weist. (RH)

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