"Weltweiter Christenverfolgung muss wirksam begegnet werden"

Außenminister Spindelegger und Vize-Präsident des Europaparlaments, Mauro, unterstützen Aktionstag der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen"

Wien, 10.12.2009 (KAP) "Die Europäische Union ist sich einig, dass der Zunahme von Diskriminierung und Verfolgung von Christen und anderen religiösen Minderheiten verstärkt und mit wirksamen Mitteln entgegnet werden muss": Das versicherte Außenminister Michael Spindelegger in einem Schreiben an Johann Marte, den Präsidenten der Stiftung "Pro Oriente", die als Teil der Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" am Donnerstag, dem "Tag der Menschenrechte", einen Aktionstag am Stock-im-Eisen-Platz in Wien veranstaltete.

Wie Spindelegger in seinem Unterstützungsbrief mitteilte, habe der EU-Außenministerrat Arbeitsgruppen damit beauftragt, "die bestehenden Menschenrechtsinstrumente im Hinblick auf deren Schutz religiöser Minderheiten weltweit zu überprüfen". Auch konkrete Vorschläge für ein verstärktes zwischenstaatliches Engagement für Religionsfreiheit sollen ausgearbeitet werden.

"Besondere Stellung" der Religionsfreiheit

Spindelegger betonte die "strategische Wichtigkeit der Religions-und Glaubensfreiheit" für das Menschenrechtsengagement insgesamt. Alle österreichischen Auslandsvertretungen seien angewiesen, dieser Thematik erhöhte Aufmerksamkeit zu schenken: Es gelte, die Situation der Christen und anderer Minderheiten im jeweiligen Zuständigkeitsbereich genau zu verfolgen und gegebenenfalls Vorschläge für entsprechende Interventionen zu machen.

Unterstützung für die Plattform "Solidarität mit verfolgten Christen" kommt auch vom Vize-Präsidenten des Europaparlaments, Mario Mauro, der am Aktionstag in Wien weilt. Auch er unterstrich zu diesem Anlass die Wichtigkeit, auf die Lage von Christen in aller Welt aufmerksam zu machen, die wegen ihres Glaubens bedroht werden. Die Religionsfreiheit dürfe nicht geringer geachtet werden als andere Menschenrechte, er komme im Gegenteil immer mehr zur Überzeugung, dass ihr "eine besondere Stellung" in deren Kanon zukomme, so Mauro.

Christen sind meistverfolgte religiöse Minderheit

Unter dem Motto "Christenverfolgung steigt - Europa schweigt!" luden Experten und Flüchtlinge beim Aktionstag an einem Informationsstand am Wiener Stock-im-Eisen-Platz Passanten zum Gespräch ein. "Pro Oriente"-Präsident Marte wies im "Kathpress"-Gespräch darauf hin, dass Christen die mit Abstand meistverfolgte religiöse Minderheit sind. "Zwischen 80 und 90 Prozent aller wegen ihrer Religionszugehörigkeit verfolgten Menschen sind mittlerweile Christen", so Marte. Besonders schwer hätten sie es in Staaten wie Nordkorea, Vietnam oder China, in denen eine Staatsideologie alle abweichenden Meinungsäußerungen unterdrückt. Vielfältigen Diskriminierungen bis hin zu offener Gewalt seien Christen auch in muslimischen Staaten ausgesetzt, in denen ein mit staatlicher Zwangsgewalt ausgestattetes Religionsgesetz die alleinige Quelle allen Rechts sei, so Marte.

"Unsere Aktion richtet sich nicht gegen den Islam an sich, schon gar nicht gegen wohlgesinnte, friedfertige und gläubige Muslime", betonte Marte. Es gehe vielmehr darum, die "eskalierende Verfolgung" von Christen der Öffentlichkeit erneut ins Bewusstsein zu rufen.

(forts. mgl.)
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