Fluglärm-Betroffene doch zu unbequem für Dialog?

Wien (OTS) - Nachdem der Geschäftsführer des Dialogforums, DI Hesina, noch am 09.06.2008 mitteilte, dass JEDER an der "Stadtkonferenz Wien des Dialogforums" teilnehmen kann, wurden nun die Betroffenen nach mehrmaliger Teilnahme von Seiten des Veranstalters Stadt Wien darüber informiert, dass nur noch geladene Gesprächspartner zugelassen sind - und die Betroffenen sind eben nicht eingeladen.

Als Begründung für diesen Schwenk wäre zu vermuten, dass die Liesinger Betroffenen mehrere Punkte auf der Tagesordnung sehen wollten, welche dem Veranstalter Stadt Wien unangenehm sind:

  • Hörbeispiele, welche geeignet sind wiederzugeben, dass die Messung nach dB(A) genau jene Frequenzen wegschneidet(!), die für Flugzeuge repräsentativ sind (die WHO führt dazu aus, das diese Art der Messung ungeeignet ist, dennoch will die Stadt Wien unbedingt daran festhalten)
  • Die Frage nach einer nachvollziehbaren Begründung für die überfallsartige Verlegung von Flugrouten nach Liesing
  • Eine Erklärung, warum die Gemeinde Wien die Rechte der Wiener im ex-post-Umweltverträglichkeitsberichtsverfahren zu den Flughafenausbauten nicht wahrnehmen kann oder will.
  • Diskussion über die Wirksamkeit der neuen Lärmgebühren

Aber wie heißt es doch auf der Homepage des Dialogforums: Das Dialogforum setzt die Kommunikationskultur des Mediationsverfahrens fort. Als ein Ergebnis dieser Kultur hat der Verkehrsminister die in der Mediation ohne Anwesenheit oder Information der Betroffenen verlegten Flugrouten erlassen.

Die nunmehrige Ausladung lässt also Schlimmstes befürchten. Jene rund 800 Liesinger, welche erst unlängst eine Stellungnahme zum von der EU gegen den Willen des Landes NÖ erzwungenen ex-post-UVB-Verfahren des Flughafens Wien unterschrieben haben, sind wohl nicht die einzigen, die sich von Dialogforum und den darin verstrickten Politkern für dumm verkauft vorkommen.

Nicht viel anders die neue Lärmgebührenordnung - erfunden von genau jenem Dialogforum, das vom Flughafen finanziert wird. Nicht nur, dass die Unterlagen dazu nicht veröffentlicht werden, lehnt man es unter Verweis, es sei Flughafenangelegenheit auch ab, Erklärungen dazu abzugeben. Kennt man den Inhalt, mag das nicht verwundern. Die neue Wunderlösung, welche alles leiser machen soll, unterscheidet zwischen Regionaljet und Jumbo mit gerade Euro 30,-, unabhängig davon, wo und wann geflogen wird. Am Ende - aber wenig überraschend -ist die Wunderlösung aufkommensneutral und der als Verbesserung angegebene Zielwert damit ohne jede Relevanz.

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Parteiunabhängige BI "Liesing gegen Fluglärm und die 3. Piste"
Email: liesing@fluglaerm.at,Homepage: http://liesing.fluglaerm.at

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