"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Alle zwei Jahre wieder"

Mit einem neuen Dienstrecht wäre der Streit um Beamten-Privilegien vorbei.

Wien (OTS) - Sechs Mal haben Gewerkschafter und die zuständige Ministerin versucht, bei der Beamten-Gehaltserhöhung handelseins zu werden. Nun ist die Causa Chefsache. Der Kanzler will den obersten Standesvertreter davon überzeugen, dass auch für dessen Klientel nicht viel zu holen ist. Als Verstärkung hat er Fritz Neugebauers Parteifreund, ÖVP-Finanzminister Pröll, geladen - damit sich dieser das Match nicht "erste Reihe fußfrei" anschaut, wie laut seinem Umfeld beabsichtigt war.
Bisher haben sich die Regenten mit dem Verweis auf die Krise und die sicheren Jobs gegen 0,9 Prozent mehr für die Beamten verwahrt. Sie haben ein weiteres, gutes Argument gefunden: Anders als jene in der Privatwirtschaft bekommen öffentlich Bedienstete alle zwei Jahre automatisch etwas drauf - durchschnittlich 1,85 Prozent. Rechnet man die von Rot und Schwarz gebotenen 0,7 Prozent dazu, ergibt das ein Plus von 2,5.
Diese - für die Gewerkschaft unzulässige - Verquickung könnte künftig vermieden werden: durch ein neues Dienstrecht mit höheren Einstiegsgagen, flacher Kurve, ohne "Biennalsprünge". Das würde zwar anfänglich mehr kosten, aber beiden Seiten viel bringen. Etwa:
Gehaltsrunden ohne Streit um angebliche Beamten-Privilegien.

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