"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Genug geredet!"

Die Verschwendung beim Heer zeigt, wie viel Geld unnötig verschossen wird.

Wien (OTS) - Trotz der Wirtschaftskrise wird da und dort zusätzliches Geld verlangt. Auch aus dem Heer ertönt der Ruf nach mehr. Das ist halt einfacher, als festzustellen, ob das, was vorhanden ist, besser eingesetzt werden kann.
Dass es da bei den heimischen Verteidigern mangelt, zeigt ein Bericht des Rechnungshofs: Die drei Militärspitäler sind viel zu teuer: Nur fünf Prozent der Betten sind ausgelastet. Ein "Belegstag" kostet fast 1000 Euro mehr als in einem anderen Krankenhaus. Dennoch wird die Hälfte der medizinischen Leistungen zugekauft. Und: Wie viel es ausmacht, das Sanitätspersonal für Auslandseinsätze aufzustocken, wurde (weil's eh wurscht ist?) nicht einmal geschätzt. In Summe wird ein zweistelliger Millionenbetrag in die Luft geschossen.
Die Zustände beim Herr sind exemplarisch dafür, wie schlecht in manchen, mit Steuergeld finanzierten Institutionen gewirtschaftet wird. "Effizienzsteigerung" heißt das Zauberwort, das Politiker - wie zuletzt der Kanzler in seiner Rede - verwenden. Dass und wo diese nötig ist, ist dank des Rechnungshofs seit Langem bekannt. Ebenso, dass damit à la longue drei Milliarden Euro einzusparen sind. Nach wie vor gilt aber das Florianiprinzip. Wird von dem nicht endlich abgegangen, wird weiter viel geredet statt gemacht.

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