Kärnten: Hilfe für Migrantinnen

LR Kaiser präsentiert in Spittal/Drau neue Beratungsstelle zur besseren Betreuung und Integration von Einwanderinnen

Klagenfurt (OTS/LPD) - Um eine bessere Integration von Zuwanderern zu gewährleisten und damit die wesentlich Voraussetzung für ein friedliches, verständnisvolles Zusammenleben zu gewährleisten, präsentierte heute, Donnerstag, Frauen- und Gleichbehandlungsreferent LR Peter Kaiser die Pläne für einen neue Migratinnen-Beratungsstelle in Spittal. Bei der Pressekonferenz waren neben Kaiser und Frauenberauftragter Helga Grafschafter auch Angelika Hinteregger von Oberkärntner Mädchen- und Frauenberatung und Migrantin Veronique Abessolo aus Kamerun dabei.

"Wir wollen, dass sich Flüchtlinge und Zuwanderer, die in Kärnten leben wollen, entsprechend integrieren. Dann müssen wir aber auch die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sie alle Möglichkeiten dazu haben", machte Kaiser deutlich. Bis dato gebe es in Kärnten zwei Migrantinnen-Beratungsstellen: das "Projekt Integration von Ausländerinnen" (PIVA) in Villach und in Klagenfurt die "Projektgruppe Frauen".

Mit der ab Jänner 2010 in der Oberkärntner Frauenberatungsstelle eingerichteten neuen Beratungs- und Betreuungsstelle für Zuwanderinnen wird diese Lücke nun auf Initiative von Kaiser geschlossen. Wie notwenig entsprechende Beratungen sind wird am Beispiel von Veronique deutlich, einer seit 18 Jahren in Kärnten lebenden Afrikanerin: "Besonders Frauen wie Veronique sind durch Flucht und Migration hohen psychischen und physischen Belastungen ausgesetzt. Sie tragen die Verantwortung für ihre Kinder und die Familie in einer Umgebung, in der sie von ihren familiären, sozialen und kulturellen Wurzeln abgeschnitten sind. Sie leben isoliert unter meist kargen wirtschaftlichen Verhältnissen. Viele Frauen haben über Jahre hinweg keinen Kontakt zur einheimischen Bevölkerung. Die Gründe dafür sind Angst, fehlende Sprachkenntnisse und fehlendes Selbstbewusstsein", machten Kaiser und Hinteregger aufmerksam.

"Migrantinnen können meist bei Problemen nicht auf die Familie zurückgreifen, deshalb ist es notwendig, dass eine Beratungsstelle vor Ort für jenen Frauen zur Verfügung steht. Sie haben kein Netzwerk und keine Lobby hinter sich, die sie im Ernstfall unterstützen können", so Frauenbeauftragte Helga Grafschafter.

"Wenn Migrantinnen besser integriert sind, dann sind es auch ihre Kinder und Familien. Dadurch wird das Konfliktpotential in unserer Gesellschaft verringert, weil gegenseitiges Kennenlernen Verständnis schafft und Ängste abbaut", nannte Kaiser auch Vorteile für Kärnten und die heimische Bevölkerung. Außerdem sei die Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen und Kompetenzen von Zuwanderinnen eine Investition in die Zukunft, sowohl für jene, die einwandern als auch für die aufnehmende Gesellschaft. "Je schneller Kompetenzen und Qualifikationen erkannt und genützt werden, desto weniger gehen sie verloren. Anerkennungsverfahren, Anpassungsqualifizierungen und geeignete Maßnahmen können Brücken in den Arbeitsmarkt bilden", weiß Kaiser.

"Zwar wurden Migrantinnen schon bis dato im Frauenhaus mit beraten, jedoch ist der Bedarf und die Nachfrage mittlerweile so groß, dass wir betroffenen Frauen mit der Einrichtung dieser speziellen Beratungsstelle noch mehr und besser zur Seite stehen können", berichtete Hinteregger.

Das Angebot im Rahmen der Migrantinnenberatung wird die Hilfestellung in der Alltagsbewältigung, Begleitung zu Ämtern und Ärzten, Beratung bei Problemen am Arbeitsplatz, mit Vermietern, mit der Schule, Hilfestellung bei psychosozialen und Familienproblemen, Rechtsberatung, Vernetzung zu anderen Projekten und Institutionen, Mediation und der Vermittlung zu Sprachkursen umfassen. Ein weiterer wichtiger Punkt soll ein monatlicher Frauentreffpunkt sein, sowohl für Migrantinnen als auch für interessierte Österreicherinnen. "Zweck ist der Aufbau persönlicher Netzwerke und die Möglichkeit, sich kennen zu lernen und sich miteinander in deutscher Sprache auszutauschen, weil Frauen mit den verschiedensten Nationalitäten zusammen kommen", so Hinteregger weiter.

Um Frauen auf das neue Angebot aufmerksam zu machen wird gezielte Öffentlichkeitsarbeit bei entsprechenden Institutionen wie Ämtern, Ärzten, Kindergärten, Schulen, Vereine, Kirchen, und in den Medien betrieben. Die Beratungen finden ab Jänner und am
Montag, Mittwoch und Donnerstag von 9 bis 13 Uhr statt.

I N F O: Schillerstraße 4, 9800 Spittal (gegenüber Stadtpark) Tel.: 04762/61386-1; Internet: www.frauenhilfe-spittal.at
Mail: migrantinnenberatung@frauenhilfe-spittal.at
(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-22 852
http://www.ktn.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NKL0001