Kneifel: ÖBB muss wieder wettbewerbsfähiger und leistungsfähiger werden

RCA-Preispolitik zwingt noch mehr Transporte auf die Straße

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Die Österreichischen Bundesbahnen sind ein wichtiges Unternehmen, das für den Standort Österreich und dessen Wettbewerbsfähigkeit von großer Bedeutung ist. Deshalb gilt diesem Unternehmen, seiner Erhaltung und Verbesserung unsere gemeinsame Verantwortung, die wir ernst nehmen müssen, erklärte der Fraktionsvorsitzende der ÖVP-Bundesräte, Gottfried Kneifel, heute, Donnerstag, in der Sitzung des Bundesrates, in der der Tätigkeitsbericht der Schienen Control GmBG auf der Tagesordnung steht. "Dieser Bericht gibt uns den Anlass, gemeinsam Überlegungen anzustellen, wie die ÖBB wettbewerbsfähiger, leistungsfähiger und besser gemacht werden kann." ****

"Als Patriot bin ich beunruhigt, dass dieses wichtige Unternehmen immer weniger wettbewerbsfähig wird", sagte Kneifel als jahrelanger Aufsichtsratsvorsitzender der intermodalen Logistikdrehscheibe Ennshofen OÖ GesmbH und als stv. Fachgruppenvorsteher der OÖ Spediteure in der Wirtschaftskammer. Seine Beunruhigung untermauerte Kneifel mit einem Bericht von einem Betriebsbesuch, den er vor etwa zwei Monaten bei einem großen Sägewerk und Hauptkunden der ÖBB in Enns/OÖ absolviert habe:

Vor vier Jahren habe das Unternehmen noch 450.000 Tonnen Holz mit den ÖBB transportiert. Heuer sind es nur noch 150.000 Tonnen bei gleich gebliebenem Umsatz. Grund: die ÖBB brauchen beispielsweise für diesen Transport von Enns nach Kopper 36 bis 50 Stunden mit der Folge, dass wichtige Schiffe versäumt wurden, was für das Unternehmen nicht weiter tragbar ist. Ein Angebot der slowenischen Bahn spricht eine andere Sprache: der gleiche Transport in zwölf Stunden, um 15 Prozent günstiger, berichtete Kneifel. "Als wirtschaftlich denkendes Unternehmen muss man dieses Angebot annehmen."

Dazu komme, dass die Tarife der ÖBB (Rail Cargo Austria, RCA) im Juli bereits um sieben Prozent erhöht wurden und mit kommendem 1. Jänner um weitere zehn Prozent erhöht werden. Kneifel: "Das ist nicht die richtige Antwort auf die Herausforderungen der Wirtschaft in der Krise. Damit verdrängen wir den Güterumschlag von der Schiene auf die Straße." Weiteres Beispiel dafür: Das Ennser Unternehmen will von seinem Werk in Altmünster einen Shuttletransport nach Enns. Bei den ÖBB nicht möglich, nun fahren LKW zwei Mal pro Tag diese Strecke. "Auch das ist eine Verdrängung von der Schiene auf die Straße."

"Mir blutet das Herz, wenn ich höre, dass ein Leitunternehmen der Logistik dieses Staates so an den Kunden vorbeisteuert. Und das liegt nicht an den Eisenbahnerinnen und Eisenbahnern, das liegt am System. Da müssen wir gemeinsam etwas unternehmen", schloss Kneifel. (Schluss)

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