Ärztekammer entsetzt über Faymanns "Rede zur Nation"

Spitäler brauchen mehr Mittel, und nicht weniger - "Will Faymann das Wiener AKH schließen?"

Wien (OTS) - Als "sehr unrealistisch" bezeichnete heute,
Donnerstag, der Vizepräsident und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres, die Ankündigung von Bundeskanzler Werner Faymann, eine Milliarde Euro aus dem Spitalssektor abziehen zu wollen. Schon derzeit würden die Spitäler Österreichs am finanziellen Limit agieren. Eine Streichung von Mitteln statt höherer Dotierung würde in kürzester Zeit die Behandlungsqualität der heimischen Spitäler "auf ein mehr als bedenkliches Niveau drücken".

"So löblich es ist, wenn sich der Herr Bundeskanzler Gedanken über die Vollzeitarbeitsplätze in Österreich macht: Mit dem Rechenschieber eine Milliarde Euro von einem Bereich zum anderen zu verschieben, hat nichts mit politisch verantwortungsvollem Agieren zu tun, sondern stellt eine Perspektivenlosigkeit der Regierung dar", so Szekeres. Faymann müsse erst einmal den Österreichern erklären, wo genau er den Sparstift ansetzen will. Szekeres: "Ich ersuche den Bundeskanzler, detailliert zu beschreiben, welcher Patient nun nicht mehr behandelt werden soll, welche Angebote generell nicht mehr zur Verfügung stehen sollen oder welche Krankenhäuser beziehungsweise Abteilungen geschlossen werden sollen."

Wobei Szekeres gleich eine Lösung anbietet: "Schließen wir doch einfach das AKH in Wien." Denn eine Milliarde Euro sei in etwa jener Betrag, der für das AKH jährlich aufgebracht werden müsse. Oder, auf ganz Österreich umgelegt, "müsste jedes zehnte Spital in Österreich geschlossen werden, denn eine Milliarde Euro sind in etwa 10 Prozent der gesamten Spitalskosten, die Faymann einsparen will".

Jedenfalls wäre Faymann gut beraten, sich als Bundeskanzler Gedanken über die Sicherung des österreichischen Gesundheitssystems zu machen, nicht aber, wie er am Rücken der Patienten eine Demontage der Spitäler betreiben kann, so Szekeres abschließend. (hpp)

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