Ärztekammer 2: Neue therapeutische Ansätze bei Osteoporose

Weitere Arbeiten zu Lungenerkrankungen und Malaria prämiert

Wien (OTS/OTS) - Erster Preisträger des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ist Nikolaus Binder von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III. Er beschäftigte sich mit einer der häufigsten modernen Zivilisationskrankheiten, der Osteoporose. ****

Knochen sind hochaktive, einem ständigen Umbauprozess unterworfene Gewebe. Osteoblasten bilden neuen Knochen, Osteoklasten bauen diesen wieder ab. Das Verständnis der molekularen Mechanismen, die das Gleichgewicht von Knochenauf- und -abbau regulieren, ist Voraussetzung zur Entwicklung neuer Therapien zur Behandlung der durch vermehrten Knochenabbau charakterisierten Osteoporose. Dieser kommt aufgrund ihrer hohen Prävalenz und der dadurch hohen Behandlungskosten große Bedeutung für jedes Gesundheitssystem zu.

In der in "Nature Medicine" publizierten Arbeit konnten Binder und seine Co-Autoren zeigen, dass ein Chemokinrezeptor (Proteine in der Oberflächenmembran) der Klasse C-C (so genannter CCR2) in der Regulierung des Knochengleichgewichts eine essenzielle Rolle spielt. CCR2-gendefiziente Mäuse zeigten nämlich nicht nur eine erhöhte Knochendichte, sondern auch eine erhöhte Stabilität. Ohne CCR2 waren Anzahl und Größe der Osteoklasten sowie deren Funktion deutlich vermindert. Vor diesem Hintergrund könnte CCR2 in Zukunft einen neuen therapeutischen Ansatzpunkt bei der Osteoporose darstellen.

Einfacher Test belegt Risiko für Lungenhochdruck

Um das Langzeitüberleben und die Vermeidung von Lungentransplantationen bei operierten Patienten mit chronisch thromboembolischer pulmonaler Hypertension (CTEPH) ging es in der Arbeit von Nika Skoro-Sajer von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II, die dafür mit dem zweiten Preis des Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ausgezeichnet wurde.

Lungenhochdruck aufgrund von CTEPH entsteht durch eine Verengung des Pulmonalgefäßbetts mit Blutgerinnseln. In der in "Circulation" publizierten Arbeit haben Skoro-Sajer und ihre Co-Autoren zur Zeit der Diagnosestellung 103 CTEPH-Patienten mit inhalativem Stickoxid getestet. Ein Abfall des mittleren pulmonalarteriellen Drucks um mehr als 10,4 Prozent war mit einem verbesserten Langzeit-Outcome operierter Patienten verbunden.

Die Daten zeigen, dass das Ausmaß der Reagibilität der kleinen Widerstandsgefäße der Lunge einen unabhängigen Vorhersageparameter für Langzeitüberleben und Vermeidung von Lungentransplantationen bei operierten Patienten mit CTEPH darstellt - und damit einen einfachen Test, der präoperativ das Ausmaß der Erkrankung der kleinen Lungengefäße abschätzen lässt.

Neue Medikamentenkombination gegen Malaria bei Kindern

Der dritte Preisträger der Erste-Bank, Michael Ramharter von der Klinischen Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin I, konnte in seiner Arbeit die Forschungen zu neue Medikamentenkombinationen gegen Malaria bei Kindern vorantreiben.

Malaria ist bis heute eine der Hauptursachen der hohen Kindersterblichkeit im tropischen Afrika. Aufgrund zunehmender Resistenzen gegen herkömmliche Malariamedikamente ist die Entwicklung neuer Medikamente und Medikamentenkombinationen zur Therapie von Kleinkindern von großer Bedeutung.

In der prämierten Arbeit untersuchten Ramharter und seine Mitarbeiter die Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Gesamtheit aller Prozesse, denen ein Arzneistoff im Körper unterliegt) und Heilungsrate einer neuen Medikamentenkombination zur Therapie der Malaria bei Kindern. Dabei wurde erstmalig die Kombination der Arzneimittel Artesunat und Pyronaridin in einer Tablette und einer pädiatrischen Medikamentenzusammensetzung zur Therapie der Malaria bei Kindern untersucht. Die Kombination zeigte in dieser im zentralafrikanischen Gabun durchgeführten Studie eine ausgezeichnete Verträglichkeit und gute Heilungsrate sowie vergleichbare pharmakokinetische Eigenschaften beider Medikamentenformulierungen.

Basierend auf diesen Ergebnissen konnte die Medikamentenkombination von Artesunat und Pyronaridin in großen Phase III-Studien untersucht werden und ist derzeit zur Registrierung bei internationalen Registrierungsbehörden eingereicht. (hpp)

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
hpp@aekwien.at
http://www.aekwien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAW0002