Fachverband Textilindustrie macht sich für Exporterleichterungen stark

Russischer Handels-Hemmschuh drückt Textilindustrie

Wien (OTS/PWK965) - Russland zählt zu den interessantesten Absatzmärkten für einheimische Textilien: Die Nachfrage der russischen Bevölkerung ist stark im Aufwärtstrend, gleichzeitig haben österreichische Exporteure jedoch mit Hindernissen bei der Warenausfuhr zu kämpfen. Der Fachverband der Textilindustrie Österreichs macht sich daher für bessere Handelsbeziehungen mit dem Hoffnungsmarkt Russland stark. Im Oktober war eine österreichische Delegation zu Gesprächen in Moskau, noch heuer wird ein Besuch der russischen Textiler in Wien erwartet.
"Der russische Markt hat enormes Wachstumspotenzial", erklärt Reinhard Backhausen, Präsident des Fachverbands der Textilindustrie Österreichs, "und unsere Textilunternehmen würden gerne ein bisschen mehr 'mit dem russischen Bären tanzen' - hier gilt es für uns, mit Lobbyingaktivitäten daran zu arbeiten, die Exporthindernisse zu eliminieren". Vorrangig Wirk- und Strickwaren, Unterwäsche und hochwertige Strumpfwaren finden in Russland Abnehmer - natürlich gerade für das saisonale Weihnachtsgeschäft eine interessante Warengruppe. Im Jahr 2008 verzeichnete die Textilindustrie Exportzuwächse: Die Textiler lieferten Waren im Wert von Euro 40 Mio. nach Russland. 2009 dürften die Exporte nach Russland um rund ein Viertel einbrechen. "Hier trägt die Wirtschaftskrise natürlich ihr Scherflein bei, aber die Einfuhrproblematik macht es uns auch nicht gerade leichter", so Backhausen.

Exporthindernisse: Lange Prüfverfahren und Zollabwicklung

Russland verlangt als einziger europäischer Staat eine derartige Prüfung der Textilien. Nur nach Vorlage kostenintensiver und umfangreicher Zeugnisse ausgewählter russischer Institute dürfen die Waren eingeführt werden. Für Exporteure bedeutet das, dass sie mit hohen Kosten und Lieferverzögerungen zu rechnen haben. Eine weitere Problematik liegt in der Zollabwicklung: "Die Ware befindet sich meist unnötig lange bei den russischen Behörden und trifft somit verspätet beim Kunden ein", meint Backhausen. "Für eine Industrie, die sich mit einer Exportquote von 88 Prozent stark der Warenausfuhr verschrieben hat und andernorts mit Liefertreue punktet, natürlich ein absoluter Hemmschuh". Für verbesserte Exportbedingungen setzt sich daher der österreichische Fachverband der Textilindustrie ein. "Wir führen laufend Gespräche, um auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen", so Backhausen. "Wir streben eine rasche Lösung der Problematiken an."

Aufschwung 2010 auch für russische Exporte erwartet

Backhausen blickt gerade nach einem erfolgreichen Besuch in Moskau durchaus optimistisch in das kommende Jahr: "Der Bedarf der russischen Bevölkerung an Markenkleidung steigt rasch und auch technische Textilien für die Industrie oder das Gesundheitswesen werden verstärkt nachgefragt." Eine Umfrage des Fachverbandes zeigt auf, dass auch das Gros der österreichischen TextilunternehmerInnen für 2010 positive Entwicklungen erwartet: Rund 90 Prozent rechnen mit einem deutlichen Konjunkturaufschwung im kommenden Jahr. "Russland ist einer der Zukunftsmärkte für den Textilhandel und birgt enormes Potenzial", meint Backhausen.

Österreich vor Ort: Servicebüro für Textilunternehmen in Moskau

Gemeinsam mit den Fachverbänden Deutschlands, der Schweiz und Frankreichs betreibt der Fachverband der Textilindustrie Österreichs ein Verbindungsbüro in Moskau. Dieses internationale Kooperationsmodell unterstützt Textilunternehmen bei der Erschließung des russischen Marktes. Die Servicestelle vermittelt Kontakte, berät über Importbestimmungen oder Zollsätze und hilft bei außenhandelsrelevanten Problemen. "Wir setzen alles daran, die Handelshemmnisse beim Export nach Russland zu beseitigen", so Backhausen. (us)

Der Fachverband der Textilindustrie Österreichs ist eine bundesweite Fachorganisation im Bereich der Wirtschaftskammer Österreich und als gesetzliche Interessenvertretung Bindeglied zwischen Textil-Wirtschaft und Öffentlichkeit.
Der Fachverband versteht sich als Servicestelle, Lobbying-Plattform und Informationsnetzwerk für 140 klein- und mittelständische Unternehmen der Textilindustrie.

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Ing. Reinhard Backhausen, Präsident
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