Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft gegenüber "Fremden" - Psychotherapie und Politik im Dialog

Wien (OTS) - Am 4. Dezember veranstaltet der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) zusammen mit der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (AK Wien) und dem Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP) ein eintägiges Symposium zum Thema "Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft gegenüber 'Fremden' - Psychotherapie und Politik im Dialog". Warum greifen gerade PsychotherapeutInnen den Dialog mit der Politik auf?

Mit der Fachtagung setzt der ÖBVP einen weiteren Schritt, um zu einem tieferen Verständnis der kollektiven und individuellen Dynamiken bei der Entstehung von ausgrenzenden und rassistisch motivierten Haltungen und an Möglichkeiten zu ihrer Überwindung beizutragen. Bei diesem Symposium werden auch die Fragen gestellt, wie PsychotherapeutInnen in der Praxis mit diesen Themen umgehen und ob es eine besondere gesellschaftliche Verantwortung der PsychotherapeutInnen bei der Überwindung von Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gibt. Thematisiert werden dazu auch Erklärungen, konkrete Erfahrungen und Fragestellungen aus der Politik. Zudem werden mögliche Forderungen an die Politik diskutiert sowie hilfreiche Schlussfolgerungen für Politik gezogen.

Die Fakten sprechen für sich: 1,4 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund leben in Österreich, teils im Ausland, teils in Österreich geboren und in den meisten Fällen ohne österreichische Staatsbürgerschaft. Doch auch mit österreichischer Staatszugehörigkeit sind mutmaßliche "Fremde" häufig mit Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert. Denn das scheinbar "Fremde" ist ungewohnt und verunsichert.

Diese Fakten spiegeln sich auch in der psychotherapeutischen Praxis wider. PsychotherapeutInnen arbeiten im gesamten soziodemographischen Spektrum der österreichischen Bevölkerung somit auch mit Menschen, die sich durch ihren (sozio)kulturellen Hintergrund von dem des Aufnahmelandes unterscheiden. Besonders auf die Risikofaktoren Flucht und Migration spezialisierte PsychotherapeutInnen bringen ihre Erfahrungen mit Inter- bzw. Transkulturalität sowie den Folgen traumatisierender Flucht- und Asylbedingungen mit in ihren psychotherapeutischen Alltag ein. Zunehmend sind PsychotherapeutInnen in ihrer Praxis aber auch mit Menschen konfrontiert, die mit Angst und Hass auf Zuwanderer und AsylwerberInnen reagieren. Rassistische Haltungen, Ausgrenzungs- und Gewaltbereitschaft sind die Folge.

Seit jeher begibt sich die Psychotherapie mit ihren Konzepten auf die Suche nach differenzierten Verstehensansätzen für derartige Phänomene und tritt nun verstärkt in den Dialog mit der Politik ein, um sinnvolle Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu fördern.

Rückfragen & Kontakt:

Dr.a Eva Mückstein (Präsidentin ÖBVP) Kontakt: 0676/6004676
Leonore Lerch (Stv. Vorsitzende des WLP) Kontakt: 01/912 28 65

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