Papst beklagt mangelnden Schutz ... (2)

Schulbildung und Chance auf Arbeitsplatz

Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Migranten-Seelsorge, Erzbischof Antonio Maria Veglio', forderte bei der Vorstellung des Papstdokuments am Freitag im Vatikan eine bessere gesellschaftliche Integration von Ausländerkindern. Dafür seien die Schulbildung und die Chance zum Eintritt in die Arbeitswelt unverzichtbar.

Besonders erinnerte Veglio' an die Situation unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge. Der Erzbischof bezeichnete es als selbstverständlich, dass solche Flüchtlinge nicht in ihre Heimat abgeschoben werden dürfen. Allerdings werde dieses Recht "wie viele andere nicht immer respektiert", bedauerte Veglio'.

Auf den jungen Migranten laste oft ein enormer psychischer Druck. Aus Angst, ihre Familien in der Heimat zu enttäuschen, nähmen sie bereitwillig Ungerechtigkeiten und Misshandlungen hin. Ein illegaler Status mache die Immigranten noch "verwundbarer", sagte der Erzbischof.

Der Sekretär des Päpstlichen Rates für die Migranten-Seelsorge, Erzbischof Agostino Marchetto, beklagte noch immer verbreitete Vorurteile über Migranten und Flüchtlinge. Besonders Eltern und Erzieher müssten Rassismus und Fremdenangst bekämpfen und einen positiven Zugang einüben, wie er auch in der katholischen Soziallehre grundgelegt sei. Die Kirchen hätten die Pflicht, "jeden aufzunehmen, der aus Bedürftigkeit an unsere Tür klopft", sagte Marchetto.

"Keine Jugendlichen in Schubhaft"

Scharf verurteilte der Erzbischof das Festhalten von Jugendlichen in Schubhaft. Die Schubhaftzentren seien in keiner Weise für Minderjährige geeignet. Die Praxis, Minderjährige in Schubhaftzentren festzuhalten, widerspreche der UN-Konvention über die Kinderrechte, die auch vom Heiligen Stuhl unterzeichnet worden sei. Das Festhalten von Jugendlichen in der Schubhaft bewirke nichts anderes als die Traumata ihrer Vergangenheit zu verstärken. Wörtlich sagte Marchetto: "Wir müssen uns als Christen und als Bürger fragen, ob wir alles Mögliche tun, damit sich diese Minderjährigen in der Aufnahmegesellschaft 'zu Hause' fühlen können".

(forts. mgl.)
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