"Die Kirche ist ein gemeinsames Haus für die Künstler"

Kardinal-Staatssekretär Bertone zum 20-jährigen Bestehen der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche -Erzbischof Ravasi: Es geht nicht nur um "Bewahren und Konservieren", sondern auch um die Förderung neuer künstlerischer Werke im Dienste der gläubigen Gemeinschaft.

Vatikanstadt, 27.11.2009 (KAP) Die Kirche ist seit jeher ein "gemeinsames Haus" für die Künstler, "wo sie frei ihre Kreativität ausdrücken können". Dies betonte Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone bei der 20-Jahr-Feier der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche. Es genüge, an die "großartigen Gotteshäuser" in aller Welt zu denken und an die ungezählten Werke der von der Botschaft ds Evangeliums inspirierten Malerei, der Bildhauerei und anderer Künste. Sie alle seien "Frucht der Gastfreundschaft der Kirche für die Künstler".

Die Päpstliche Kommission für die Kulturgüter der Kirche habe wie alle Einrichtungen des Heiligen Stuhls auch eine Beispielfunktion für die Ortskirchen, erinnerte Kardinal Bertone. In aller Welt sei es Aufgabe der Diözesen, den "ungeheuren spirituellen Schatz" der christlichen Kunst zu hüten und für die missionarische Aufgabe der Kirche fruchtbar zu machen.

Die Bedeutung dieser Aufgabe unterstrich auch der Präsident der Päpstlichen Kommission für die Kulturgüter der Kirche, Erzbischof Gianfranco Ravasi. Der Erzbischof erinnerte an die kürzliche Begegnung Papst Benedikts XVI. mit Künstlern unterschiedlicher Ausrichtung. Die Aufgabe der Päpstlichen Kommission bestehe nicht nur im "Bewahren und Konservieren", sondern auch in der Förderung neuer künstlerischer Werke im Dienste der gläubigen Gemeinschaft.

Die christliche Kultur ist nicht nur Beiwerk oder Randerscheinung des Glaubens, sagte der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann bei dem römischen Festakt zum 20-jährigen Bestehen der Päpstlichen Kommission. Sie sei vielmehr Zeugnis und Ausdruck der Vitalität des Glaubens.

Hofmann gab zu bedenken, was Europa wohl wäre ohne seine Kathedralen, Universitäten und Klöster. Weiter stellte er die Frage:
"Wie arm wäre die Welt ohne christliche Literatur, bildende Kunst, Architektur und Musik, die aus dem Glauben erwachsen ist?" Benedikt XVI. werde nicht müde, in vielen Publikationen auf die Bedeutung der Kunst in der Liturgie und der christlichen Kultur für die Neuevangelisierung hinzuweisen, betonte Hofmann. Mit einem großen Feingefühl für ästhetische Belange entfalte der Papst die in der Kultur sichtbare Schönheit des Glaubens und sensibilisiere für deren Wahrnehmung.

Der Bischof forderte, dass kirchliche Fachleute an Universitäten, kulturellen Institutionen und internationalen Ausstellungen präsent sein müssten. Es gehe darum, der Botschaft des christlichen Menschenbilds ein zeitgenössisches Gewand anzulegen. So könne der Kern des Glaubens zum Leuchten gebracht werden.

Aufsehen erregte bei der Pressekonferenz zum 20-Jahr-Jubiläum der Päpstlichen Kommission eine Feststellung des Sekretärs der Kommission, Francesco Buranelli. Er meinte wörtlich: "Es mag nicht opportun erscheinen, in den großen Kathedralen und wichtigen Kirchen bezahlte Eintrittskarten zu verlangen. Aber oft erscheint es wegen der ungeheuren Kosten für die Erhaltung dieser oft viele Jahrhunderte alten Gotteshäuser absolut notwendig, dies zu tun".

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