Schatz: Geplante Änderungen in Berufsausbildungsgesetz-Novelle positiv

Grüne kritisieren aber fehlende Reform der dualen Ausbildung

Wien (OTS) - Als "durchaus positiv" sieht Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen die heute von Wirtschaftsminister Mitterlehner angekündigten Änderungen im Berufsausbildungsgesetz: "Dass Jugendliche auch in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen einen Vertrauensrat wählen können, ist eine sehr sinnvolle Ergänzung. Durch den Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen auf der einen Seite und die Zunahme der überbetrieblichen Ausbildungsplätze auf der anderen Seite ist eine große Lücke im Bereich der Mitbestimmungsmöglichkeiten von jungen Menschen entstanden".
Auch die Möglichkeit längere Phasen der Lehrausbildung im Ausland zu absolvieren sieht Schatz positiv: "Längere Aufenthalte im Ausland bereits in jungen Jahren fördern die Weltoffenheit. Wer selbst internationale Erfahrungen macht und in einem anderen Land "AusländerIn" ist, wird sich nach der Rückkehr nach Österreich sicher weniger leicht vom homophoben, rechtsnationalem Populismus einfangen lassen."

Bedauerlich ist für Schatz die Tatsache, dass neben diesen Einzelmaßnahmen keine grundlegende Reform der Lehrausbildung angedacht wird. Es gibt eine lange Liste von Problemen im Bereich der dualen Ausbildung, vom schlechten Bildungsniveau der SchulabgängerInnen bis zum Mangel an betrieblichen Ausbildungsplätzen und den Sonderproblemen in einigen Sparten, wie etwa im Tourismus. "Keine der jetzt vorgeschlagenen Änderungen wird daran etwas ändern. Wir brauchen dringend einen kritische Analyse der Situation und einen offenen Reformprozess. Die Diskussionen abwürgende Legende, dass ganz Europa neidvoll auf unser duales Ausbildungssystem schaut, ist in Anbetracht der vielen Probleme einfach nicht mehr aufrecht zu halten," so Schatz.

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