Wiener Stadtwerke vergeben "Kommunal-Oscars"

JournalistInnenpreis WINFRA erstmals verliehen

Wien (OTS) -

o Print-Siegerin: Barbara Mader, Kurier o Hörfunk-Sieger: Johann Groiss, Ö1 o TV-Sieger: Norbert Fiala, ORF Wien o Internet-Sieger: Wien-Redaktion der APA, Gerald Mackinger, Martin Fichter, Thomas Rieder o Sonderpreis der Jury: Michael Fröschl, ORF Wien

Erstmals wurde in Wien ein Preis für Kommunaljournalismus ins Leben gerufen. Die Wiener Stadtwerke stifteten anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens im heurigen Frühjahr den JournalistInnenpreis WINFRA. Überreicht wurden die Preise von Wiens Vizebürgermeisterin und der für die Wiener Stadtwerke zuständigen Stadträtin Renate Brauner sowie von Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr. "Mit dem WINFRA wollen die Wiener Stadtwerke die vermittelnde Arbeit von Journalistinnen und Journalisten auszuzeichnen, die gerade im Infrastruktur-Bereich von enormer Bedeutung ist", erklärte die Wiener Stadtwerke-Generalin die Idee hinter diesem Preis, den sie bei der Preisverleihung am Donnerstagabend im 20. Stock des Ringturms augenzwinkernd "Kommunal-Oscar" nannte. Vizebürgermeisterin Renate Brauner zeigte sich stolz ob der Qualität der SiegerInnen-Beiträge und betonte, wie wichtig eine bewusstseinsstiftende mediale Darstellung von Infrastrukturprojekten für die Stadt Wien sei: "Die Wiener Stadtwerke und ihre mehr als 15.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden die Lebensader der Stadt und haben maßgeblichen Anteil daran, dass Wien heute die Stadt mit der weltweit höchsten Lebensqualität ist. Journalistinnen und Journalisten tragen wesentlich zur Bewusstseinsbildung über das Leistungsspektrum der kommunalen Versorgungsunternehmen bei. Mit dem neuen Preis WINFRA soll diese sehr verantwortungsvolle Vermittlungsarbeit zu Fragestellungen, die uns alle tagtäglich betreffen, noch besser sichtbar gemacht werden", betonte Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner. Der WINFRA 2009 wurde in fünf Kategorien verliehen und ist insgesamt mit 15.000 Euro dotiert. Ausgewählt wurden die zu prämierenden Beiträge von einer hochkarätigen, unabhängigen Jury unter dem Vorsitz von Umweltdachverband-Präsident Gerhard Heilingbrunner, einem der bekanntesten Fürsprecher für umweltgerechte und nachhaltige Infrastrukturprojekte. Weitere Jury Mitglieder sind:

o Dr. Astrid Zimmermann, Medienhaus Wien und ehem. Präsidentin der Journalistengewerkschaft o Dr. Peter Szyszka, PR-Professor am Institut für Publizistik und Kommunikationswissenschaft der Uni Wien o Mag. Edeltraud Stiftinger, Siemens, Leiterin Corporate Technology Central Eastern Europe o Dipl.-Ing. Brigitte Jilka, MBA, Wiener Stadtbaudirektorin o Mag. Jürgen Wutzlhofer, Wiener Landtagsabgeordneter und Gemeinderat

Wiener Stadtwerke-Generaldirektorin Gabriele Payr gab bei der gestrigen Preisverleihung auch gleich den Startschuss für den WINFRA 2010. Mehr Informationen und Einreichungen unter www.winfra.at.

Die SiegerInnen des WINFRA 2009 und die Begründungen der Jury im Überblick:

o Siegerin Print Autorin: Barbara Mader Medium: Kurier Titel: Würstelstand bis Wasserturm

o Begründung der WINFRA-Jury:

Der Sieger-Beitrag in der WINFRA-Kategorie Print behandelt ein Thema, das auf den ersten Blick sehr nüchtern wirkt, nämlich die neue Linienführung der Straßenbahnlinie 1. Jahrzehntelang fuhr die Straßenbahn am Ring im Kreis. Der Fahrgastbeirat hatte erhebliche Fahrgastzuwächse prognostiziert, würden die Wiener Linien von der Peripherie ins Zentrum der Stadt fahren und ohne Umsteigen auf der anderen Seite wieder herauskommen. Diese neue Linienführung würde viel eher dem Fahrverhalten der mehr als 800 Millionen Kundinnen und Kunden der Wiener Linien entsprechen. Die Autorin des Sieger-Beitrags "Würstelstand bis Wasserturm" konnte der Entscheidung der Wiener Linien, den 1er auf neue Wege zu schicken, einige bislang unbekannte Aspekte abgewinnen. Mit ihrer Reportage führt Barbara Mader den Kurier-Leser auf eine unterhaltsame Fahrt auf der neuen 1er-Strecke. Die lokalen Attraktionen auf der - auch für Wien-Kenner - neuen Strecke sind in optisch toll aufbereiteten Fotos auf einen Blick zu erfahren. Eine übersichtliche Info-Grafik zeigt, wie der neue 1er nun in Wien unterwegs sein wird. Die Jury bekam bei diesem Beitrag gleich Lust auf eine Runde mit dem neuen 1er.

o Sieger Hörfunk Autor: Johann Groiss Medium: Ö1 Radiokolleg Titel: Wie wohnen im 21. Jahrhundert / innovative Lebensformen

o Begründung der WINFRA-Jury:

Ein reines Hörvergnügen. Das war der am häufigsten geäußerte Grund von Jury-Mitgliedern, wenn sie ihre Wahl für den Sieger in der WINFRA Kategorie Hörfunk begründeten. Auch tiefergehende Argumente waren durchwegs auf einer Linie: Der sehr informativ gestaltete Beitrag über innovative Lebensformen im kommenden Jahrhundert zeichnete sich dadurch aus, dass mittels eines interdisziplinären Zugangs auf fesselnde Art und Weise ein komplexes Thema vermittelt wird. Zeitgemäße Wohnformen werden aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet: Mehrgenerationen-Wohnprojekte, Wohnkonzepte für den 3. Lebensabschnitt, Frauenwohnhäuser oder Wohneinrichtungen für Radfahrer. Der Stellenwert von Migration und Integration wird ebenso hinterfragt wie der Sinn von Mitbestimmungsmöglichkeiten bei der Planung von Wohnprojekten. Der 1. Platz in der Kategorie Hörfunk geht an Johann Groiss. In seinem im Ö1 Radiokolleg gesendeten Beitrag "Wie wohnen im 21. Jahrhundert? Innovative Lebensformen" analysiert Johann Groiss soziale Hintergründe und architektonische Innovationen im Bereich Wohnbau.

o Sieger TV Autor: Norbert Fiala Medium: ORF Wien Heute Titel: Ein Jahr Baustelle Westbahnhof

o Begründung der WINFRA-Jury:

In der Kategorie TV gab es unterschiedliche Zugänge, die Komplexität von Infrastrukturprojekten zu vermitteln. Am überzeugendsten war für die WINFRA-Jury ein Beitrag, der einen Blick hinter die Kulissen einer der größten Baustellen im innerstädtischen Bereich gewährt - an einem der am stärksten frequentierten Bahnhöfe Österreichs - dem Westbahnhof. Der TV-Beitrag zeigt, welch enormer Aufwand für die Generalsanierung der denkmalgeschützten Bahnhofshalle erforderlich ist. Der Betrieb für Reisende am Westbahnhof ist auch während der Modernisierungsarbeiten durch die ÖBB gegeben. Ein Rundgang durch die Baustelle zeigt, was die Kundinnen und Kunden nach Bauende ab 2011 von der neuen "Bahnhof-City" erwarten können: eine Shopping-Meile mit 80 Geschäften, einen modernen Bürokomplex mit integriertem Hotel, einen neu gestalteten Vorplatz mit übersichtlichen Vorfahrtsflächen und eigene Zonen für Behinderten-Parkplätze, Bussstellplätze, Taxis und Kiss & Ride-Parkplätze. Norbert Fiala hat in seinem Beitrag "Ein Jahr Baustelle Westbahnhof" gezeigt, was man als Passant nicht sieht - den Blick hinter die Bauwände an einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Österreichs. Norbert Fialas Beitrag wurde im TV-Magazin "Wien heute" ausgestrahlt.

o Sieger Internet: Autoren: Wien-Redaktion der APA = Gerald Mackinger, Martin Fichter, Thomas Rieder Medium: APA Online Manager (AOM) Titel: Öko-Urne in Grünlage: Wiens Waldfriedhof ist gefragt

o Begründung der WINFRA-Jury:

In der Kategorie Internet gab es eine besonders leidenschaftliche Diskussion in der Jury-Sitzung. Das zeigt einmal mehr, wie sehr uns alle die - mit einer beeindruckenden Geschwindigkeit - stattfindende Entwicklung dieses Mediums betrifft. Was kann und was darf ein Online-Medium - und vor allem wie? Web 2.0 ist auch im Journalismus nicht nur ein Schlagwort. Dieser Begriff steht im Kern für eine sich ändernde Nutzung und Wahrnehmung von Medien. Falter-Chefredakteur Armin Thurnherr hat in einem Kommentar vor wenigen Wochen geschrieben, er könne das Internet nicht ernst nehmen - mit dem Zusatz: solange er nicht wüsste, welche Personen hinter einem Online-Content stünden. Was er damit meinte: Wichtig sei, dass Content durch qualifizierte Menschen ausgewählt würde und diese dann auch entscheiden, was und auf welche Weise publiziert wird. Genau das mache ein Qualitätsmedium aus - egal, ob die Informationen über bedrucktes Papier zugänglich gemacht werden oder über einen Webserver. Online lässt sich extrem schnell recherchieren. Nichts desto weniger ist die Glaubwürdigkeit von Online-Informationen von großer Bedeutung. Eine Quelle, auf die man sich verlassen kann, hat ihren Sitz in Wien und ist die größte Nachrichtenagentur des Landes - die APA. Die Wien-Redaktion, bestehend aus Gerald Mackinger, Martin Fichter und Thomas Rieder, hat sich eines für Wien zwar typischen, aber dennoch schwer zu vermittelnden Themas angenommen, das im Kontext von Infrastrukturberichterstattung schwer zu vermitteln ist: dem Tod. Genauer gesagt, eine neue Form der Bestattung: Die WINFRA-Jury zeichnet in der Kategorie Internet den Beitrag der APA Wien Redaktion "Öko-Urne in Grünanlage" aus, ein Feature über den neuen Waldfriedhof am Zentralfriedhof. Der Beitrag in der Online-Datenbank der APA, dem Online-Manager, besteht aus einem Textfile und ist verknüpft mit Fotos und einem Videoclip, der aus sehr persönlicher Sicht Informationen über ein sensibles Thema vermittelt.

o Sonderpreis der WINFRA-Jury Autor: Michael Fröschl Medium: Radio Wien Magazin Titel: Fernkälte aus der Spittelau

o Begründung der WINFRA-Jury:

Die WINFRA-Jury möchte ein Zeichen setzen und vergibt einen Sonderpreis für die Auseinandersetzung mit einem besonders zukunftsträchtigen Thema: Fernkälte. Fernwärme ist bekannt - aber Fernkälte? In 20 Jahren werden wir mehr Energie für das Kühlen von Räumen benötigen als für das Heizen. Ein zweiter Blick lohnt sich also. Fernkälte ist auf den ersten Blick ein sperriges Thema und schwer zu vermitteln. Gerade deshalb war es der WINFRA Jury ein besonderes Anliegen, einen Beitrag auszuzeichnen, der auf sehr gelungene Art und Weise diese zukunftsweisende, innovative Wiener Technologie vermittelt. Kompakt und informativ aufbereitet hat Michael Fröschl seinen Beitrag "Fernkälte aus der Spittelau", der im Radio Wien Magazin gesendet wurde. Angesichts des Klimawandels eine besonders auszeichnungswürdige journalistische Leistung, meint die WINFRA-Jury. Denn die energiesparende und klimafreundliche Fernkälte trägt wesentlich zur Verbesserung des Mikroklimas in Städten bei. Und Wien ist nicht zuletzt deshalb die lebenswerteste Stadt der Welt, weil besonders auf den Einsatz von klimafreundlichen Technologien geachtet wird. (Schluss) red

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Mag. Robert Hierhold
Wiener Stadtwerke Konzernpressesprecher
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