Planungsstart für ÖBB-Konzernzentrale am neuen Hauptbahnhof Wien

Architekturbüro Zechner & Zechner ZT GmbH wurde mit der Generalplanerleistung beauftragt.

Wien (OTS) - Nach den Projekten "ÖBB-Traktionszentrale am Westbahnhof", "ÖBB-Infrastrukturzentrale am Praterstern" und "Rail Cargo Austria - Niederlassung am Erdberg", ist die neue ÖBB-Konzernzentrale beim Hauptbahnhof Wien der erfolgreiche Abschluss einer Standortkonzentration innerhalb des gesamten Unternehmens in Wien. Unter der Prämisse der Wirtschaftlichkeit fasst die für Gebäudeverwaltung, Entwicklung und Verwertung zuständige Gesellschaft der ÖBB, die Immobilienmanagement GmbH, damit definierte Organisationseinheiten der ÖBB zusammen. An vier Standorten erhalten insgesamt 4.500 Mitarbeiter ein neues Dach über dem Kopf. "Bei neuen Gebäuden können wir eine weit höhere Effizienz erzielen als bei unzähligen Standorten, mit zum Teil in alter Bausubstanz untergebrachten Arbeitsplätzen", betont Claus Stadler, Geschäftsführer der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH. Und die räumliche Neuorganisation bringt natürlich auch eine Erleichterung für die Zusammenarbeit in diesen Bereichen.

Am Standort südlich des geplanten Wiener Hauptbahnhofes realisiert die ÖBB-Infrastrukturtochter die Konzernzentrale, in der ab 2014 primär die ÖBB-Personenverkehr AG und die Holding AG untergebracht werden sollen. "Es lag natürlich nahe, dass dieses neue Konzerngebäude am derzeit zu entwickelnden Areal des Hauptbahnhofes gebaut wird. Der Sitz des Hauptquartiers hat auch etwas Symbolhaftes und steht für das ganze Unternehmen, ebenso wie der neue Hauptbahnhof selbst, er läutet eine moderne Ära des Bahnverkehrs ein", unterstreicht Stadler die Wahl des Standortes.

"Die neue Konzernzentrale der ÖBB zieht in einen der beiden markanten Türme, die den Bahnhof künftig flankieren. Die Signalwirkung erfordert in besonderem Maße qualitativ hochwertige Architektur. Die Architekten Zechner & Zechner haben die anspruchsvolle Aufgabe sehr gut gelöst. Wir haben uns auch davon überzeugt, dass der Blick zum Belvedere frei bleibt", betont Stadtrat Rudi Schicker.

Positiver Impuls für die Entwicklung der Südseite:
Mit dem Entschluss zur Besiedlung dieses südlichen Bauplatzes, gibt die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH der Südseite einen positiven Impuls und die entsprechende Wertigkeit. Gemeinsam mit der Realisierung von Wohnprojekten durch die Stadt Wien fiel damit der Startschuss für die Entwicklung des Areals entlang der Sonnwendgasse und Gudrunstraße. "Es ist wichtig, dass wir immer das Ganze im Auge behalten", so Stadler und meint weiter "wir haben uns zum Ziel gesetzt, das gesamte Projektgebiet in einen lebenswerten neuen Stadtteil zu verwandeln."

"Die neue ÖBB Konzernzentrale bildet quasi das Tor nach Favoriten. Über einen großzügigen Vorplatz wird man vom Bahnhof direkt in die Favoritenstraße gehen können. Die vielen Fahrgäste, die neuen Arbeitskräfte ebenso wie die künftigen BewohnerInnen des neuen Stadtviertels an der Sonnwendgasse werden zusätzliches Leben in die Favoritner Einkaufsmeile bringen", ergänzt Schicker.

Auf einer Fläche von 59 ha entsteht eine durchdachte Komposition aus Büros, Wohnungen, sozialer Infrastruktur mit Bildungscampus und einer großen Parkanlage, die ein hohes Maß an Lebensqualität verspricht. Die neue ÖBB-Konzernzentrale ist ein attraktiver Bestandteil in der Entwicklung dieses übergeordneten städtebaulichen Leitbildes und auch ein Qualitätsmaßstab für weitere Bauten rund um den Bahnhof. Das Bauwerk soll zeitnah mit dem neuen Bahnhofsgebäude, den Wohnprojekten der Stadt Wien, eines Teil des Parks als Naherholungsraum und auch der zweiten großen Konzernzentrale, der Erste Group, im nördlichen Areal am Wiedner Gürtel fertig gestellt sein.

Das Siegerprojekt - eine dynamischen Bewegung:
Im Jänner 2009 startete die ÖBB-Immobilienmanagement GmbH einen EU-weit ausgelobten, offenen, zweistufigen Realisierungswettbewerb mit anschließendem Verhandlungsverfahren. Es galt, unter den 56 nationalen und internationalen Einreichungen ein herausragendes Planungskonzept für dieses Gebäude zu finden, das 1.600 Mitarbeitern optimale Arbeits- und Kommunikationsbedingungen bietet. Alle eingereichten Entwürfe wurden von einer 13köpfigen Jury nach den Kriterien städtebauliche, baukünstlerische und funktionelle Lösung, Energieeffizienz sowie Wirtschaftlichkeit beurteilt.

Das Ende Juli dieses Jahres gekürte Siegerprojekt der Wiener Architekten Zechner & Zechner zeichnet sich durch eine "Bewegung" aus, die dem Standort und der Aufgabenstellung genauestens entspricht. "Die Herausforderung die Corporate Identity des ÖBB-Konzern im Gebäude widerzuspiegeln, haben wir sehr schön mit einer dynamisch geschwungenen Großform als Interpretation des Verkehrsunternehmens gelöst. Die glatte gerundete Form ist unsere Assoziation zu modernen Verkehrsmitteln", beschreibt Architekt Christoph Zechner die Kreation kurz und prägnant.

Der gesamte Entwurf für das 24stöckige Gebäude weist einen hohen Grad an technischer und funktionaler Leistungsfähigkeit auf. In den drei Untergeschoßen befinden sich Tiefgaragen, Fahrradräume, Lagerflächen und die Haustechnik. Eine doppelte Geschoßhöhe für öffentliche Erdgeschoßzonen mit Luftraum und Galerie bietet Platz für die Lobby und Shops die zur Belebung des Areals beitragen und so eine Ergänzung zum Bahnhofsgebäude selbst darstellen. In den unteren Geschoßen sind Räumlichkeiten für Polizei und Soziale Einrichtungen, weiter oben dann für Restaurant und Konferenzbereich vorgesehen. In den oberen 20 Geschoßen befinden sich flexibel nutzbare Büros.

Effiziente Energienutzung steht im Vordergrund:
Die Architekten Zechner & Zechner entwarfen ein nachhaltiges, "schlankes Gebäude" mit niedrigem Primärenergiebedarf und geringem Maß an Gebäudetechnik bei gleichzeitig gesundem und behaglichem Raumklima. Dabei werden passive Systeme verwendet wie z.B.: Nutzung der thermischen Speichermassen durch Bauteilaktivierung, regelbarer außen liegender Sonnenschutz, natürliche Lüftungsmöglichkeit und Wärmeabfuhr über automatische Nachtlüftung. Die Heizung und Kühlung erfolgt in erster Linie durch Luft-/ Wasserwärmepumpen.

Eine solare Kälteerzeugung unterstützt die Kühlung der Bürogeschoße. Zur Abdeckung der Spitzenlasten werden Fernwärme und Fernkälte verwendet. Bei der weiteren Planung werden Ressourceninanspruchnahme und Abfallaufkommen sowie gebäudebezogene Kosten im gesamten Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt, um ökologischen und ökonomischen Ansprüchen entsprechen zu können. Damit schafft dieses Projekt nicht nur architektonisch und funktionell, sondern auch wirtschaftlich betrachtet neue Qualitäten - an einem der attraktivsten Standorte Wiens, dem Areal des neuen Hauptbahnhofes.

Fakten:
o Bruttogeschoßflächen max. 46.000m2
o Gestaffelte Gebäudehöhe mit 88m Turm , 67m und 25m Geschoß
o 24-geschoßig (EG + 23 OG) mit 3 Untergeschoßen
Untergeschoße mit Garage, Fahrradraum, Lager, Haustechniko Erdgeschoße für Lobby, Shops, Polizei, Soziale Einrichtungen
Obere Geschoße mit Konferenzräumen und Büros
o Baustart 2011
o Geplante Fertigstellung 2014
o Baukosten ca. 69 Mio. Euro

Rückfragen & Kontakt:

ÖBB-Holding AG Konzernkommunikation
Mag. Alexandra Kastner, Pressesprecherin,
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