SOS-Kinderdorf: HIV/AIDS hinterlässt eine Welt kleiner Erwachsener

SOS-Kinderdorf hilft über 130.000 von HIV/AIDS betroffenen Kindern und Familien. Über 60 der rund 90 Familien stärkenden Programme werden südlich der Sahara durchgeführt.

Innsbruck/Wien (OTS) - Im Kampf gegen HIV/AIDS geht es ums Überleben und die Zukunft einer ganzen Generation. Kinder als schwächste Gruppe sind besonders von HIV/AIDS betroffen. Es fehlt an Nahrung, Bildung, medizinischer Versorgung und elterlicher Fürsorge. Diskriminierung, Ausbeutung und Stigmatisierung sind oftmals die Folgen. SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin fordert von der internationalen Gebergemeinschaft, dass spezielle Bedürfnisse von Kindern anerkannt und besonders gefördert werden. "Die Ausmaße von HIV/AIDS sind erschütternd und unvorstellbar. Gerade deswegen sind wir es jedem einzelnen der Millionen betroffenen Kinder schuldig, mit vereinten Kräften zu helfen, wo wir können. Wir dürfen die Augen vor diesem Elend nicht verschließen", setzt sich Helmut Kutin für ein besseres Leben der Kinder ein, die "viel zu früh in die Rolle von Erwachsenen gedrängt werden."

Von HIV/AIDS bedrohte Familien brauchen umfassende Unterstützung und lokale Netzwerke

"Unser Konzept der Familienstärkung umfasst sämtliche Aspekte der Lebenssicherung für HIV/AIDS-betroffene Kinder und Familien. Gemeinsam mit der jeweiligen Dorfgemeinschaft werden soziale Auffangnetze geknüpft, die von der Bevölkerung mitgetragen und gestaltet werden", unterstreicht Kutin die Bedeutung der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern zur Bewältigung des vielschichtigen Problems.

Ziel der Familienstärkung ist, dass Kinder in ihren Familien bleiben können und ihr Überleben sowie eine positive Entwicklung gesichert werden. Gemeinsam mit den Familien wird an der Verbesserung ihrer Situation gearbeitet, die von Grundversorgung und medizinischer Betreuung über vorübergehende Bereitstellung von Schulgeld und -materialien bis zu psycho-sozialer Betreuung und Stärkung der Kinderrechte reichen. Ein Schwerpunkt der Arbeit mit den Erwachsenen liegt auf der Vermittlung von wirtschaftlichem Know-how, um Wege aus der Armut zu finden. So werden sie bei der Erhöhung ihres Einkommens unterstützt, um wieder selbstständig für die Kinder sorgen zu können. Die Bereitstellung von Mikrokrediten als Starthilfe ist ein Beispiel dafür. Zur Entlastung der Familie werden Kinder tagsüber oftmals in SOS-Kinderdorf-Tageszentren betreut, verköstigt und bei Bedarf medizinisch versorgt.

Aufklärung, Prävention, medizinische Versorgung

In allen SOS-Kinderdorf-Einrichtungen und Programmen werden Betroffene über Risiken und Ursachen von HIV/AIDS umfassend informiert und aufgeklärt. Betroffene Familien erhalten zusätzlich HIV/AIDS-Beratung, kostenlose Tests sowie antiretrovirale Therapie.

HIV/AIDS - eine der größten Herausforderungen der Menschheit

Afrika ist der Kontinent, in dem die HIV/AIDS-Pandemie ihre schlimmsten Ausmaße hat. Allein südlich der Sahara leben 22,5 Millionen Menschen, die mit AIDS infiziert sind. Trotzdem dürfen Besorgnis erregende Tendenzen steigender Infektionsraten in Mittel-/Osteuropa, Teilen Asiens und Lateinamerikas nicht außer Acht gelassen werden. Denn 15 Millionen Kinder weltweit haben durch AIDS einen oder beide Elternteile verloren. Über 2 Millionen Kinder unter 15 Jahren leben heute mit dem Virus. (Zahlen UNAIDS/WHO)

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