Betriebspensionen: Aus- und Umstieg ermöglichen

Linz (OTS) - Bezieher/-innen von Betriebspensionen müssen in Zukunft vor drama-tischen Verlusten geschützt werden. Derzeit zahlen sie den Preis für die Fehlentwicklungen der letzten Jahre und müssen das gesamte Veranlagungsrisiko selbst tragen. Jedes Sparbuch hätte bessere Erträge gebracht. Viele wollen daher aus dem System aussteigen. "Die Beiträge in die Pensionskassen sollen innerhalb einer bestimmten Frist ohne Nachteile in das staatliche Pensionssystem übergeführt werden können", verlangt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Viele Bezieher/-innen von Betriebspensionen sind heute bis zu 45 Prozent von der ursprünglich erwarteten Pensionszahlung entfernt. Die Verluste sind so hoch, dass sie auch in Zukunft nicht mehr ausgeglichen werden können: In vielen Fällen wäre ein jährlicher Veranlagungsertrag von utopischen 20 Prozent erforderlich, um die Verluste in zehn bis zwölf Jahren aufholen zu können.

Um die Bezieher/-innen von Betriebspensionen in Zukunft vor weiteren dramatischen Verlusten zu schützen, fordert der AK-Präsident massive gesetzliche Änderungen zur strengen Regulierung der Pensionskassen und zur Stärkung des staatlichen Pensionssystems.

Die Pensionskassen haben in den Jahren 2000 bis 2008 einen Veranlagungsertrag von durchschnittlich 1,4 Prozent erzielt. Das ist nnur zirka ein Drittel der durchschnittlichen Rendite österreichischer Bundesanleihen von vier Prozent. Die in den Pensionskassenverträgen vereinbarten Veranlagungsziele lagen mit 5,5 bis 7,5 Prozent vier- bis fünfmal so hoch wie die tatsächlich erzielten Erträge! Die Folgen sind Pensionskürzungen für die Leistungsberechtigten von bis zu 45 Prozent. Und für jene, die derzeit in die Pensionskassen einzahlen, werden die zukünftigen Betriebspensionen von Beginn an um mindestens ähnliche Prozentsätze niedriger sein als erwartet.

" Die Eigentümer der Pensionskassen sollen für die massiven Verluste der Pensionskassen in den letzten Jahren aus Eigenmitteln nachschießen", verlangt Kalliauer. Außerdem solle eine Kapitalgarantie wie bei der Mitarbeitervorsorgekasse (Abfertigung neu) eingeführt werden.

Es müsse auch eine Möglichkeit geschaffen werden, aus bestehenden betrieblichen Pensionsversicherungsverträgen auszusteigen und die angesparten Guthaben in die Höherversicherung im öffentlichen Pensionssystem gemäß ASVG überzuführen. Dafür sei die Beschränkung der Beitragsleistung mit der doppelten Höchstbeitragsgrundlage aufzuheben. Denn derzeit können maximal 9380 Euro pro Jahr eingezahlt werden. Die Steuer- und Beitragsfreiheit der bisherigen Einzahlungen soll aufrecht bleiben.

"Das öffentliche Pensionssystem soll wieder attraktiver gestaltet werden, denn letztlich bietet nur dieses System wirklich Sicherheit. Wer weiterhin auch eine private Vorsorge haben will, soll dies zusätzlich tun können, allerdings mit dem Bewusstsein, dass diese auch mit einem hohen Risiko verbunden ist", sagt der AK-Präsident.

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