Nachfrage nach heimischen Eiern steigt stark an

Deutscher Ausstieg aus Käfighaltung bewirkt Verknappung in Österreich

Wien (OTS/AIZ) - Auf dem österreichischen Lebensmittelmarkt wird derzeit eine stark steigende Nachfrage bei Frischeiern festgestellt. Dies hängt einerseits mit dem saisonal zunehmenden Bedarf rund um das Weihnachtsfest zusammen. Vor allem aber wirkt sich jetzt auch der Ausstieg aus der Käfighaltung in Deutschland aus. Dieser führt dort zu einer spürbaren Verknappung des Angebots und einer dementsprechend höheren Nachfrage nach österreichischer Ware. "Unsere Bauern müssen jetzt mindestens dieselben Preise bekommen wie unsere deutschen Nachbarn, sonst wird die im nächsten Halbjahr ohnehin knappe inländische Ware über den Spotmarkt von deutschen Händlern aufgekauft", warnt Michael Wurzer, Geschäftsführer der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft (ZAG).

Mit dem vorzeitigen Ausstieg aus der Käfighaltung seit Jänner 2009 und dem Umstieg auf tierfreundlichere Tierhaltungssysteme gehören die österreichischen Legehennenhalter zu den Vorreitern innerhalb der EU. In der Europäischen Union wird die Käfighaltung generell erst ab 2012 verboten.

Auch in Deutschland wird die konventionelle Käfighaltung in wenigen Monaten der Vergangenheit angehören. Durch die jetzt notwendigen Stallum- und Stallneubauten entsteht im Nachbarland eine vorübergehende Verknappung an Eiern. Die deutschen Produzenten können aktuell nur mehr rund 60% der in ihrem Land benötigten Eier selbst liefern. "Schon im Frühjahr und Sommer dieses Jahres wurden große Mengen an österreichischen Eiern von deutschen Händlern aufgekauft. Zusätzlich decken sich auch heimische Eierhändler, die in der Vergangenheit mit ausländischer Ware gehandelt haben, mit Eiern aus der Alpenrepublik ein", erläutert Wurzer. Diese Situation werde jetzt durch die saisonal besonders starke Nachfrage anlässlich des bevorstehenden Weihnachtsfestes verschärft.

"Die ZAG legt als freiwillige Interessenvertretung der heimischen Geflügelwirtschaft Wert darauf, dass nun alle gemeinsam dafür sorgen müssen, dass zuerst die Österreicher mit inländischer Ware versorgt werden. Wir möchten zeigen, dass das Vertrauen, das in uns gesetzt wird, auch in Zeiten, in denen große Nachfrage nach österreichischen Eiern besteht, von uns nicht missbraucht wird", betont ZAG-Obmann Franz Schrall.

Hierzulande sind Frischeier aus der Käfighaltung schon seit 2007 nicht mehr in den Regalen des Lebensmitteleinzelhandels zu finden. Nun verkauft aber auch der deutsche Einzelhandel immer weniger Frischeier aus der Käfighaltung. Damit steigt die Nachfrage nach Ware aus der Boden-, Freiland- oder der Biofreilandhaltung zusätzlich stark an. Der Selbstversorgungsgrad bei Frischeiern in der EU sank insbesondere aufgrund des deutschen Käfigverbots auf unter 100%. (Schluss)

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