Kritik am Umschulungsprogramm zum Bilanzbuchhalter

Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder gegen Ungleichbehandlung

Wien (OTS) - Wenn sich ein Langzeitarbeitsloser als Unternehmer selbständig macht, wird das vom AMS mit einer Förderung unterstützt. Wenn die gleiche selbständige Tätigkeit freiberuflich ausgeübt wird, gibt es diese Förderung nicht. Der Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, Mag. Helmut Puffer, kritisiert das als eine krasse Ungleichbehandlung und stellt gleichzeitig die Vorgangsweise des AMS grundsätzlich in Frage. Puffer: "Es ist wirklich zweifelhaft, ob in Umschulungskursen die notwendige Qualifikation für diesen Berufsstand erworben werden kann. Wir als Wirtschaftstreuhänder lehnen diesen Weg jedenfalls ab."

Die Förderung des Berufseinstiegs als Selbständiger steht aus dem Titel Unternehmensgründungsprogramm für Arbeitslose zur Verfügung, allerdings nicht für die freiberufliche Tätigkeit, wie eine Anfrage der Kammer der Wirtschaftstreuhänder beim AMS Steiermark ergeben hat. "Primäres Ziel des Arbeitsmarktservice ist die Reduzierung der Arbeitslosigkeit durch Vermittlung. Falls eine Vermittlung auf eine offene Stelle nicht möglich ist, kann das Unternehmensgründungsprogramm herangezogen werden. Personen im Rahmen einer freiberuflichen Erwerbstätigkeit mit gesetzlicher Interessenvertretung zählen nicht zur Zielgruppe des UGP", heißt es in dem Schreiben des AMS wörtlich.

Puffer dazu: "Warum wird die gleiche Tätigkeit gefördert, wenn der Bilanzbuchhalter als Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich tätig wird, nicht aber wenn er sich für die Kammer der Wirtschaftstreuhänder entscheidet?"

Generell hält Puffer wenig von diesem Weg des Berufszugangs. "Wer nicht über die für eine Mitarbeit in einer Kanzlei nötige Qualifikation verfügt, sollte auch nicht als Selbständiger Verantwortung für andere Unernehmen übernehmen dürfen." Puffer argumentiert damit, dass gerade in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten auf allen Ebenen höchstes Know How gefordert sei und die Anforderungen an den Berufsstand steigen. Die Kammer der Wirtschaftstreuhänder trete deshalb gegen jeden Versuch auf, sozusagen eine "Billigschiene" zu installieren. "Puffer: "Die Steuerberater garantieren für Qualität auf allen Ebenen, von der Buchführung bis zur Betriebsberatung. Das lassen wir uns im Interesse unserer Klienten nicht verwässern."

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