Industrie bei "Dialog Hochschulpartnerschaft": Mittelmaß wird nicht mehr genügen

IV-Präsident Sorger: Studenten-Zustrom zu Fächern besser steuern - Mehr Kompetenzen für Rektoren und Universitätsräte - Auch Reform des Schulsystems angehen

Wien (OTS/PdI) - "Im Zentrum aller Bemühungen im Bildungsbereich muss stehen, die vorhandenen Mittel bestmöglich für die Ausbildung junger Menschen einzusetzen. Nur so können wir uns als Industrie- und Arbeitsstandort im internationalen Wettbewerb behaupten und unser Wohlstandsniveau erhalten und erhöhen. Mittelmaß wird heute und insbesondere morgen weder auf den Universitäten noch in allen anderen Bildungseinrichtungen genügen", betonte der Präsident der Industriellenvereinigung (IV) Dr. Veit Sorger anlässlich des "Dialog Hochschulpartnerschaft" heute, Mittwoch. Die heimischen Universitäten müssten sich im internationalen Vergleich bewähren, um den Innovations- und damit Industrie- und Arbeitsstandort Österreich zu sichern und zu stärken. Gleichzeitig sollte endlich auch die Reform des Schulsystems angegangen werden.

"Die Politik ist dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten zu prüfen, wie der Zustrom der Studenten zu den einzelnen Fächern besser zu steuern wäre. 60 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger wählen nur 10 Prozent der Studienrichtungen. Ein effizientes und steuerndes Zugangssystem ist daher unerlässlich", so der IV-Präsident. Dieses soll sich am Bedarf an Absolventinnen und Absolventen orientieren und daher etwa Technikstudien besonders forcieren. Österreich sei das einzige Land, wo es weder Zugangsregelungen noch Studienbeiträge gebe. "Die Industrie tritt vor diesem Hintergrund für Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden darf", betonte Sorger, der auf die in anderen Staaten gebräuchlichen kreditfinanzierten Stipendien-Modelle verwies.

Die Industrie unterstütze die Notwendigkeit der Umsetzung der Bologna-Struktur und die Einführung des Bachelors an unseren Universitäten zwecks besserer Anerkennung und Vergleichbarkeit der Hochschulabschlüsse im zusammenwachsenden europäischen Hochschul- und Wissenschaftsraum sowie um die internationale Mobilität unserer Studierenden und das Sammeln von Auslandserfahrungen zu erleichtern und zu verstärken. "Es darf aber nicht so sein, dass das Bachelor-Modell in Österreich am alteingesessenen Bildungssystem scheitert. Der Bachelor soll befähigen, entweder in den Arbeitsmarkt direkt einzusteigen bzw. nach angelsächsischem Vorbild eine weitere akademische Ausbildung - durchaus in einem anderen Studienbereich -zu absolvieren", sagte Sorger.

Der IV-Präsident sprach sich nachdrücklich für eine Stärkung der Kompetenzen für Rektoren und Universitätsräte aus. "Wir wollen starke, kompetente Rektoren, mit Management- und Führungskompetenz und einen Uni-Rat, der die Universitäten mit internationaler Erfahrung maximal unterstützt und lenkt. Rektoren sollen die Besten werden, nicht die Beliebtesten und Angenehmsten. Es geht dabei nicht darum, dass man in der Öffentlichkeit bekannte Räte holt. Wir wollen eine Auswahl nach Qualifikation und Anforderungsprofil und nicht nach politischen Maßstäben."

Die IV habe mit ihrem Programm "Hochschulen für die Zukunft -Hochschulstrategie NEU" ein strategisch mittelfristiges Konzept für den Hochschulsektor vorgelegt und werde "als konstruktiver wie kritischer Partner, aber auch Treiber an der Umsetzung und Durchsetzung der Hochschulpolitik mitwirken", betonte Sorger.

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