BM Schmied: "Gemeinsam gegen Gewalt an der Schule"

Zweites großes Vernetzungstreffen mit allen Partnern gegen Gewalt an der Schule

Wien (OTS) - Heute findet bereits zum zweiten Mal das große Vernetzungstreffen gegen Gewalt an der Schule statt. Gemeinsam mit Vertretern der Schulbehörden, der Schulpsychologie, der Polizei, der Jugendanwaltschaft, der Jugendwohlfahrt, der Pädagogischen Hochschulen, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Sozialpartnerschaft, der Wissenschaft, der Schulärzte sowie der Schulpartnerschaft diskutieren Bildungsministerin Claudia Schmied und Mitarbeiter des Ministeriums die nächsten Schritte gegen Gewalt an der Schule. Insgesamt investiert das Bildungsministerium 2009 und 2010 über drei Millionen Euro in Gewaltprävention an Schulen.

Bereits im Rahmen des ersten Vernetzungstreffens im November 2008 wurde ein 5-Punkte-Programm gegen Gewalt präsentiert. Die darin enthaltenen Projekte - mehr Schulpsychologen, Schwerpunkt in der Lehreraus- und -fortbildung, Intensivierung von Gewaltpräventionsprogrammen, Ausbau der Verhaltensvereinbarungen und die Einrichtung des jährlichen Vernetzungstreffens - sind mittlerweile weitgehend umgesetzt und tragen zu einem besseren Schulklima bei.

Bereits umgesetzte Projekte gegen Gewalt an der Schule:

1.) Erhöhung der Ressourcen für Schulpsychologen um 20 Prozent auf den Wert von 180 PsychologInnen (Start: 1. Jänner 2010).

2.) Verdoppelung der Fortbildungsangebote von 490 auf 980 Fortbildungsseminare für Lehrer und Verankerung der Gewaltprävention in der Lehrerausbildung.

3.) Verdoppelung des Gewaltpräventionsprogramms "Faustlos" auf 1200 Stück. Bereits rund 40 Prozent aller Volksschulen setzen dieses Programm ein.

4.) Start des sozialen Kompetenztrainings "WISK" (Wiener Soziales Kompetenztraining).

5.) Flächendeckende Information der Schulen über Verhaltensvereinbarungen. Über 60 Prozent haben bereits schulpartnerschaftliche Regeln festgesetzt.

"Mit dem 5-Punkte-Programm gegen Gewalt an der Schule leisten wir einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit an der Schule. Wir dürfen uns allerdings nicht auf diesen Maßnahmen ausruhen. Gewalt darf in der Schule keinen Platz haben. Dann wird auch die Bildung unserer Kinder gut gelingen", so Bildungsministerin Claudia Schmied.

Die nächsten geplanten Schritte gegen Gewalt an der Schule:

1.) Im Jänner 2010 startet die Ausschreibung für Schulsozialarbeit-Pilotprojekte an 35 Pflichtschulen in ganz Österreich. Neue, gut mit den bestehenden Unterstützungseinrichtungen koordinierte Modelle werden entwickelt und widmen sich speziell den Phänomenen Schulverweigerung und Schulabsentismus.

2.) Ausbau des Projektes Macht/schule/theater. Rund 100 Jugendliche beteiligten sich 2009 an der österreichweit erfolgreichen Theaterinitiative Macht/schule/theater, die Schulen die Möglichkeit bietet, Projekte unter professioneller künstlerischer Leitung mit dem Ziel einer intensiven künstlerischen Auseinandersetzung mit den Themen Gewalt und Gewaltprävention zu erarbeiten - im heurigen Schuljahr wird dieses Angebot österreichweit für rund 400 Jugendliche weiter ausgebaut.

3.) Ausbau der Peermediation für 10 - 19-Jährige als langfristig erfolgversprechender Ansatz der konstruktiven Konfliktbewältigung von derzeit 850 auf 1000 Schulen bis 2013.

4.) Nach der geglückten Erhöhung der Ressourcen für Schulpsychologen um 20 Prozent wird ein Stufenplan für den weitere Ausbau erarbeitet. Bis 2013 sollen Ressourcen in der Höhe von zumindest 220 Schulpsychologen zur Verfügung stehen.

5.) Ermöglichung des österreichweiten Einsatzes von Faustlos und WiSK bis 2013

"Wenn wir den eingeschlagenen Weg konsequent voranschreiten, können wir den Lebensraum Schule im Interesse von Schülern, Eltern und Lehrern als friedlichen Ort des Zusammenlebens stärken. Wir brauchen keine disziplinarischen Werkzeuge der Vergangenheit, wir brauchen wirkungsvolle Instrumente von morgen", so Bildungsministerin Claudia Schmied abschließend.

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Nikolaus Pelinka, MSc
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