NEWS: Krankenstandsdaten von Postbeamten wurden erfragt

Auch bei der Post gab es Einholungen von Diagnosen und Rückkehrgespräche nach Krankenständen.

Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS wird ein weiterer Fall von Diagnose-Befragungen von Mitarbeitern aufgedeckt. Nun geht es um die Österreichische Post AG. Konkret wandte sich eine Wiener Ärztin an NEWS, weil sie per Formular die Diagnosen ihrer Patienten (Post-Mitarbeiter) auszustellen hatte. Insgesamt liegen ihr mehr als 50 Fälle vor. Die letzte Diagnose-Übermittlung passierte Mitte Oktober 2009. Post-Sprecher Michael Homola gegenüber NEWS: "Diese Formulare wird es ab heute nicht mehr geben. Sie sind alt aber offensichtlich immer noch im Umlauf. Ein Mail an alle Mitarbeiter wird folgen, wo wir darauf hinweisen, dass Diagnosen nicht bekanntzugeben sind."

Wie NEWS weiter berichtet gab und gibt es auch bei der Post sogenannte Rückkehrgespräche nach Krankenständen. Ein Betroffener wandte sich an NEWS, der von seinem Vorgesetzten in diesen Gesprächen massiv unter Druck gesetzt wurde und peinlich genau befragt wurde. Michael Homola: "Es gibt keine flächendeckenden Rückkehrgespräche. Sie finden nur dort statt, wo es auffällige Mitarbeiter gibt. Wenn jemand einmal im Jahr krank wird, dann wird keiner zu einem Gespräch geladen."

Die Krankendaten dürften offensichtlich nicht wie in der ÖBB-Causa systematisch gespeichert worden sein. Der Betriebsrat führte Stichproben in Personalakten durch, ob es Vermerke zu Krankenständen und Diagnosen gibt. Gefunden wurde in den Test-Fällen nichts. Martin Palensky, stellvertretender Zentralbetriebsratschef der Post: "Die Überprüfung fand allerdings nach dem Auffliegen des ÖBB-Datenskandals statt. Was vorher war, wissen wir leider nicht. Aber wenn man das Feld "Diagnose" auf einem Formular verwendet, dann lässt das schon den Schluss zu, dass man diese Informationen auch aufzeichnen möchte."

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