Leopold Museum kritisiert Zerstörung des historischen Straßenleuchtenensembles am Naschmarkt

Jugendstil-Lichtmastenverkleidungen vor Otto Wagner Häusern vernichtet

Wien (OTS) - Kritik an der Demolierung der aus der Zeit um 1900 stammenden Verkleidung der Lichtmasten am Naschmarkt übt Mag. Peter Weinhäupl, Managing Director des Leopold Museum. In einer Aussendung der MA 33 von Dienstag hatte die Magistratsabteilung die kurz vor Abschluss stehende Erneuerung der Beleuchtung der Linken und Rechten Wienzeile im Bereich des Naschmarktes verkündet. "Es wurde besonders darauf geachtet, dass sich das Design der neuen Beleuchtungsanlage bestmöglich in die Umgebungsarchitektur einfügt", so die MA 33 in ihrer Aussendung. "Genau das ist nicht passiert", so Peter Weinhäupl, Jugendstilexperte des Leopold Museum. "Die einhundert Jahre alten Laternensockel mit ihren floralen Jugendstilmotiven wären zu retten gewesen", so Weinhäupl weiter.

Nicht einmal im Bereich des Otto Wagner Ensembles (Wienzeilenhäuser, u.a. Majolikahaus und Haus Linke Wienzeile Nr. 38 mit Kolo Moser Dekoration) wurde mit Sensibilität vorgegangen (siehe Fotos). Hier wurden nun überdimensionale Masten in den Boden gerammt. Weinhäupl hat zum Beweis sowohl die alte als auch die neue Lösung fotografisch dokumentiert.

Das Leopold Museum hat anlässlich der Eröffnung der Dauerpräsentation "Wien 1900" vor über einem Jahr mit den Verantwortlichen der MA 33 gesprochen und für eine sensible Lösung -zumindest im Bereich des Naschmarktes - plädiert, leider ohne Erfolg!

In anderen europäischen Großstädten traut man sich, zur Erhaltung des Charakters historischer Laternenensembles in sensiblen Zonen Abgüsse herzustellen und erzielt dabei hervorragende Ergebnisse. Wien glaubt oftmals mit schlechten Lösungen "modern" zu sein und zerstört dabei die letzten städtebaulichen Ensembles, wie das Gebiet um den Naschmarkt.

Man bedient sich dabei des rhetorischen Verweises auf die "besondere Energieeffizienz" der neuen Leuchtmittel. "Diese hätte man auch in sensibleren Lösungen verwirklichen können, die Form hat ja nichts mit Energieverbrauch zu tun. Wir wollen weder Denkmalschutzaktivisten, noch Verhinderer der Moderne sein, wir sind nur gegen schlechte und nicht umgebungsgerechte, mit Meisterwerken der Architektur in Einklang stehenden Lösungen", so Weinhäupl abschließend.

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