Die Familien brauchen eine "starke Lobby"

Familienverbands-Präsident Clemens Steindl verweist in Kärnten auf das Auseinanderdriften zwischen gelebter Wirklichkeit und den Sehnsüchten nach geglückter Familie

Klagenfurt, 25.11.2009 (KAP) Eine "starke Lobby für die Familien" hat der Präsident des Katholischen Familienverbandes Österreichs (KFÖ), Clemens Steindl, bei der Jahreshauptversammlung des Kärntner Katholischen Familienverbandes gefordert. Denn die Familie sei das unverzichtbare "Fundament der Gesellschaft".

Es sei seit der Gründung des KFÖ auf Initiative von Kardinal Franz König vor mehr als 50 Jahren Kernaufgabe des Verbandes, Lobbying für die Familien zu betreiben. Dem KFÖ gehe es aber auch darum, den "immateriellen Wert der Familie" hervor zu heben. Der KFÖ trete zum einen für die "finanzielle Sicherung der vielen ein, die Familie in den verschiedensten Formen leben" und mache sich zum anderen in der Bildungs- und Schulpolitik stark, "weil sich hier die Zukunftschancen der Kinder und der Gesellschaft entscheiden".

Der Familienverband setze sich entsprechend seinem Leitbild für die christliche Ehe und die darauf gründende Familie ein, sehe aber auch die bunte Vielfalt von Lebenswirklichkeiten, in denen sich Partnerschaften zwischen Mann und Frau, zwischen Eltern mit Kindern heute ereignen, so Steindl. In diesem Zusammenhang nahm Steindl Bezug auf eine aktuelle österreichweite Wertestudie, wonach fast die Hälfte der Befragten angibt, dass die Ehe bzw. eine dauerhafte Beziehung zum Glücklichsein gehört und 80 Prozent der Jugendlichen angeben, einmal heiraten zu wollen. Nicht nur der KFÖ sei herausgefordert, sich mit dem "Auseinanderdriften von gelebter Wirklichkeit und den vorhandenen Sehnsüchten zu befassen", betonte der KFÖ-Präsident. Familienpolitik sei "vor allem Gesellschaftspolitik", bei der es darum gehe, das prinzipielle Verständnis von Familie unter sich verändernden gesellschaftlichen Bedingungen glaubwürdig in den öffentlichen Ideenwettbewerb einzubringen. Dies dürfe nicht mit dem "moralisierenden Zeigefinger" geschehen, sondern mit hilfreichen Fingerzeigen, die "sich nicht den Lebenswirklichkeiten verschließen".

Der Katholische Familienverband mit rund 450.000 Mitgliedern will als größte überparteiliche Familienorganisation Österreichs die Interessen der Familie auf der Grundlage der christlichen Weltanschauung vertreten und für die Anerkennung der Familien und ihrer Leistungen in Staat und Gesellschaft wirksam eintreten. Im Unterschied zu anderen Familienorganisationen vertrete der KFÖ nicht nur die wirtschaftlichen und sozialen Interessen, sondern auch die geistigen und religiösen Anliegen der Familien. Der KFÖ engagiere sich u.a. für die Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit, die finanzielle Gerechtigkeit für Familien, ideelle Aufwertung von Ehe und Familie und für die Zusammenarbeit von Schule und Elternhaus, betonte Steindl.

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