Historisches Violoncello für Michal Stahel

Esterházy Privatstiftung vergibt Patenschaft für ein neu restauriertes wertvolles historisches Violoncello aus der Esterházyschen Hofkapelle.

Eisenstadt (OTS) - Violoncello ("Passettl"), Wien, um 1720, gebaut vom Wiener Hoflautenmacher Anthony Posch.

Provenienz

Das Cello ist ein Instrument aus der Esterházyschen Hofkapelle -aus der Zeit noch vor Joseph Haydn. Archivbelege verbuchen es als "Poschisches Bassetl", also als ein - den damaligen Gepflogenheiten entsprechend sehr groß konzipiertes - Instrument aus der Werkstatt des Anthony Posch. Das Datum seines Ankaufs lässt sich nicht gänzlich zweifelsfrei feststellen, doch bieten die geschilderten Stilmerkmale, die Erhaltungsgeschichte des Instruments sowie die bisher gesicherten Archivalien einige Anhaltspunkte, die auf ein Ankaufsdatum im Jahre 1728 hindeuten. Es liegt die Vermutung nahe, dass das Cello ursprünglich für den Fürsten Paul II. Anton Esterházy gekauft worden ist, der selbst ein leidenschaftlicher Cellospieler war.

Beschreibung des Cellos

Bei der Bestandsaufnahme am Instrument vor der Reparatur im Jahre 2007 präsentierte sich das Stück in Teilen, stark verschmutzt, mit einigen Rissen in der Decke und wies im unteren Bereich seines Korpus einen massiven Wurmbefall auf.

Als Besonderheit zeigte sich die beinahe vollständige Originalität der Einzelteile des Instruments aus der ersten Hälfte des 18.Jhdt., insbesondere des Bassbalkens und des Originalhalses. Authentisch auch die gesamte Innenarbeit (Klötze, Futterleisten, vor allem aber der großflächig erhaltene goldgelbe Originallack. Seine Mensurverhältnisse (Korpusmensur: 79 cm, große Deckenmensur, entsprechend kürzerer Hals) sind auf die Spielgewohnheiten bis zur Mitte des 18. Jhdt. ausgelegt. Das vorliegende Instrument ist aufgrund seiner Provenienz und des ungewöhnlichen originalen Zustandes als Unikat zu betrachten.

Reparatur

Nach der Befundung des Instrumentes entschied sich die Esterházy Privatstiftung für eine auf Spielbarkeit ausgelegte Reparatur des Cellos. Nach der Zerlegung des Instruments wurden die vorgefundenen Risse in Decke, Zargen und Boden geschlossen. Besonderes Augenmerk galt der Behebung des durch den Wurmbefall entstandenen Schadens. Die Verbindung von Hals und Oberklotz wurde gefestigt, Griffbrett und Endkopf neu verleimt, der Originalsaitenhalter repariert. Zuletzt erfuhr das Instrument eine mit äußerste Sorgfalt durchgeführte Lackretusche als abschließende, ästhetische Maßnahme.

Michal Stahel

Das Instrument wird nun dem jungen slowakischen Cellisten Michal Stahel zur Bespielung anvertraut. Vorerst wurde zwischen der Esterházy Privatstiftung und dem begabten Musiker eine Instrumentenpatenschaft mit einer Leihdauer von drei Jahren vereinbart.

Michal Stahel zählt zu den stärksten künstlerischen Persönlichkeiten unter den derzeit aufstrebenden Cellisten. Seine Auftritte und sein Spiel sind geprägt von Temperament, musikalischer sowie technischer Souveränität, Kenntnis stilistischer Gegebenheiten und ausgezeichnetem Geschmack.

"Die Restaurierung unserer Sammlungsbestände ist ein kontinuierlich Prozess. Jährlich werden eine Anzahl von Objekten ausgewählt, die entweder durch ihre Einzigartigkeit als Einzelstück oder als Teil einer Ausstellung von Bedeutung sind.

Bei dem restaurierten Violoncello war es zum einen die Einzigartigkeit und natürlich der musikalische Konnex zum Haydnjahr, zum anderen aber auch die Möglichkeit, auch auf diese Art und Weise wieder einen jungen Künstler zu unterstützen und zu fördern. Erstmals geht die Esterházy Privatstiftung eine Instrumentenpatenschaft ein. Die Pflege der Sammlungsbestände zum einen und die Förderung junger Künstler zum anderen bringen bei diesem Projekt sinnvolle Synergien. Wir wünschen Michal Stahel mit dem "Passettl" viel Erfolg bei seinen Konzertauftritten," so Generaldirektor Dr. Stefan Ottrubay.

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Edeltraud Werschlein
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