Salzburger Medikamenten-Pläne: "Zwei-Klassen-Medizin vertagt?"

Pharmig verlangt klare Informationen und startet "Aufweckaktion"

Wien (OTS) - Die Salzburger Gebietskrankenkasse bleibt bei ihrer undurchsichtigen Linie, was die Erstattung von rezeptpflichtigen Medikamenten betrifft. Das entscheidende Kriterium, ob die Kasse ein Medikament bezahlt oder nicht, bleibt offenbar der Preis. Die Pharmig weist auf zahlreichen Plakaten in Salzburg auf die Sparpläne der Krankenkasse hin.
"Zwei-Klassen-Medizin vertagt?" so die zentrale Frage der Informations-Offensive, die Pharmig Vizepräsident Martin Hagenlocher und Generalsekretär Jan Oliver Huber heute in einer Pressekonferenz vorgestellt haben.

"Uns geht es darum, dass die Patienten das für sie beste Medikament bekommen", bringt Huber die zentrale Forderung der Pharmig auf den Punkt. "Es geht nicht, wie von der Salzburger Gebietskrankenkasse behauptet, um gute oder schlechte Medikamente, sondern um das passende, das natürlich auch billig sein kann", so Huber. Das sei nicht gewährleistet, wenn die Salzburger Krankenkasse ihre Pläne umsetzt. "Dabei spielt es keine Rolle, ob es die Kasse nun 'Ökonomieliste' oder 'Arbeitsbehelf' nennt." Entscheidend ist: 30 Prozent aller laut Erstattungskodex frei verschreibbaren Medikamente dürfen oder sollen - da ist sich die Salzburger Kasse selbst nicht ganz einig - nicht verschrieben werden.

Start einer Informationskampagne

Die Aktivitäten der Pharmig sollen Patienten, Ärzte, Apotheker und Politiker über die Sparmaßnahmen der Salzburger Gebietskrankenkasse informieren. Generalsekretär Huber: "Die Salzburger sollen wissen, dass sie auf das eine oder andere Medikament verzichten müssen, weil die Salzburger Gebietskrankenkasse ein anderes empfiehlt, das ein paar Cent billiger ist." Mit einer breit gestreuten Informationskampagne werde die Pharmig weiterhin über die aktuellen Entwicklungen in Salzburg berichten.

Univ.-Doz. Dr. Ernst Agneter, Facharzt für Pharmakologie warnt davor, Medikamente auf den Preis zu reduzieren. "Ein ständiger Wechsel zwischen Medikamenten aus rein ökonomischen Gründen ist schlecht für den Behandlungserfolg", bestätigt Agneter. "Die Patienten werden verwirrt, die Medikamente schauen ja nicht alle gleich aus. Derselbe Wirkstoff kann in runde, eckige, rosafarbene oder klassisch weiße Tabletten gepresst sein."
Außerdem weist Agneter darauf hin, dass die Bioäquivalenz (Schwankungsbreite der Wirkstoffspiegel) von Generika immer nur im Vergleich zum Originalprodukt nachgewiesen wird. Die in den Erstattungskodex aufgenommenen Produkte haben eine strenge klinische und ökonomische Prüfung durch ein Expertengremium des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger hinter sich. Unter diesen Arzneimitteln sollte der Arzt weiter frei wählen können, um für seine Patienten den höchst möglichen Nutzen zu erzielen.

Österreichischer Compliance Round-Table

Der Vorwurf der Kasse, die Pharmig habe kein Vertrauen in die eigenen Produkte, sei absurd, wie Vizepräsident Hagenlocher betont. "Nicht Medikamente gefährden den Behandlungserfolg, sondern die falsche Einnahme", sagt Hagenlocher. Da sich in Österreich bisher noch niemand für eine Verbesserung der so genannten Compliance (Bereitschaft eines Patienten die Therapie mitzutragen) einsetzt, wird das jetzt die Pharmig in die Hand nehmen. Hagenlocher kündigt an: "Wir rufen einen Round-Table zum Thema Compliance ins Leben. Wir laden alle Partner des Gesundheitswesens dazu ein, gemeinsam Schritte zu erarbeiten, die dafür sorgen, dass Patienten optimal informiert werden, wie sie Medikamente richtig einnehmen. Das fördert den Behandlungserfolg und spart Geld."

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