Volkshilfe: Protest gegen Abschiebung von Menschenrechtsaktivistin durch Marokko

Marokko verweigert Aminatou Haidar die Einreise in die Westsahara

Wien (OTS) - Die Menschenrechtsaktivistin Aminatou Haidar setzt
sich seit vielen Jahren für die Unabhängigkeit der Westsahara ein. Sie war fünf Jahre in Marokko inhaftiert, ihr Engagement ist jedoch ungebrochen. Für ihren Einsatz wurde sie bereits mit mehreren Menschenrechtspreisen ausgezeichnet.

Als Haidar von einer Preisverleihung in Washington in die Westsahara zurückkehren wollte, verweigerten die marokkanischen Behörden die Einreise, nahmen ihr den Pass ab und zwangen sie, nach Lanzarote zu fliegen. Als sie versuchte, in die Westsahara zurückzukehren, verweigerten ihr die spanischen Behörden mit dem Hinweis, sie habe keinen Pass, die Ausreise. Seit gestern befindet sich die Menschenrechtsaktivistin vor dem Flughafen in Lanzarote in Hungerstreik.

Für den Präsidenten der Volkshilfe Österreich Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer "ist die Vorgangsweise von Marokko ein neuerlicher negativer Höhepunkt in einer langen Reihe von schweren völkerrechtlichen und menschenrechtlichen Vergehen. Wir fordern die marokkanischen Behörden daher auf, die auch als "Gandhi der Westsahara" bezeichnete Aminatou Haidar unverzüglich zu ihrer Familie in die Westsahara-Hauptstadt El Aaiun zurückkehren zu lassen."

Aber auch das Vorgehen Spaniens wird von der Volkshilfe Österreich kritisiert. Der Geschäftsführer der Volkshilfe Österreich Erich Fenninger bedauert, "dass ein großes Land der Europäischen Union sich mit dieser Vorgangsweise zu einem Verbündeten der marokkanischen Regierung macht. Hier werden wir auch mit unserem internationalen Netzwerk solidar Druck auf Spanien ausüben."
Die Westsahara wurde 1975 von Marokko besetzt, seit 1991 wird eine von der UNO geplante Volksabstimmung von Marokko verhindert. Nach der Besetzung floh ein großer Teil der Sahrauis in die Wüste Algeriens und baute dort Flüchtlingslager auf. Seit mehr als 30 Jahren leben 160.000 Sahrauis in den Flüchtlingslagern, die sich durch beeindruckende selbstverwaltete Strukturen auszeichnen. Bereits seit den 80er Jahren setzt die Volkshilfe Österreich Projekte in den sahrauischen Flüchtlingslagern um. Sie leistete Humanitäre Hilfe (Nahrung, Kleidung, Medikamente, Wassercontainer, technische Geräte), unterstützte ab 1984 den Bau von öffentlichen Brunnen, lieferte Aggregate für die Stromversorgung und Wassergewinnung (Brunnen- und Pumpwerke) und förderte die Ausbildung von Kindergärtnerinnen. Im aktuellen Projekt organisiert die Volkshilfe in Zusammenarbeit mit der Sahrauischen Frauenunion (UNMS) Ausbildungen für Hebammen und Krankenschwestern.

Für ihr unermüdliches Engagement erhielt Aminatou Haidar auf Vorschlag der Volkshilfe Österreich den Silver Rose Award, einen Menschenrechtspreis, der jährlich vom europäischen Netzwerk solidar vergeben wird. Im Jahr 2008 wurde ihr der Menschenrechtspreis der Robert F. Kennedy Stitung verliehen.

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