Industrie: Herausforderung Klimaschutz nur auf globaler Ebene zu lösen

IV-GS Beyrer: Industrie hat Hausaufgaben gemacht - Sachargumente statt Polemik

Wien (OTS/PdI) - "Österreichs Industrie bekennt sich zu einem vernünftigen und realistischen Klimaschutz. Die heimischen Unternehmen gehören zu den energieeffizientesten der Welt. Klimaschutz ist jedoch eine globale Herausforderung, die sich nur auf globaler Ebene lösen lässt. Die Vorreiterrolle der EU beim Klimaschutz darf nicht dazu führen, dass Teile der Industrie aus Europa vertrieben werden, und dann außerhalb Europas weniger umweltfreundlich produziert und das Klima damit geschädigt wird", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Mittwoch, anlässlich der aktuellen Debatte im Nationalrat. "Es würde von dringend erforderlichem Realitätssinn zeugen, wenn sich auch bei den Grünen hinsichtlich der Klimaziele endlich Sachargumente statt Polemik durchsetzen würden. Denn aus durchsichtigen politischen Gründen darf nicht sehenden Auges die Zukunft wichtiger Industriezweige und damit Arbeitsplätze in Europa gefährdet werden", so Beyrer.

"Mit einer restriktiven und illusorischen nationalen Klimapolitik, die trotz überambitionierter Ziele auf die Nutzung möglicher Instrumente des Kyoto-Regimes verzichtet, hat sich Österreich als einziges Land dargestellt, das nicht in der Lage ist sein Kyoto-Ziel zu erreichen", sagte der IV-Generalsekretär. Neun andere Staaten der EU-15, die in einer vergleichbaren Situation seien, würden unter Ausnutzung der oben genannten Maßnahmen ihr Ziel erreichen. "Die Industrie hat im Gegensatz zu anderen Sektoren ihre Hausaufgaben gemacht. Es ist gelungen, seit 1990 das für Beschäftigung und Wohlstand unerlässliche Wirtschaftswachstum vom Zuwachs bei Energieverbrauch und CO2-Ausstoß zu entkoppeln. Kurz: je mehr Güter in Österreich produziert werden, desto besser für das Weltklima", so Beyrer. "Ein durch weitere unrealistische Selbstverpflichtungen erzwungenes Abwandern österreichischer Industrieproduktionen in Länder mit geringeren Auflagen würde nicht nur massiv Wohlstand und Beschäftigung im Inland kosten, sondern überdies zu einem Anstieg der globalen CO2-Emissionen führen." Österreichs Industrie setze sich bereits intensiv für einen sinnvollen Klimaschutz auf Basis neuester Technologien und Innovationen ein, was gleichzeitig den Wirtschafts-und Industriestandort Österreich und die damit verbundenen Arbeitsplätze sichere.

Angesichts der eindeutigen Verhandlungslage vor dem Weltklimagipfel Anfang Dezember in Kopenhagen, die keine Bewegung der anderen Parteien erkennen lasse, sei die Position der IV und des europäischen Industrie- und Arbeitgeberdachverbandes BUSINESSEUROPE auf europäischer Ebene eindeutig: Keine weiteren EU-Reduktionsziele über die bestehenden Minus 20 Prozent hinaus. "Die globale Dimension der Frage zeigt sich deutlich beim Vergleich EU - China. Europas Anteil an den Emissionen liegt derzeit bei 14 und schon bald bei weniger als 10 Prozent, während auf China bis 2030 rund ein Drittel der globalen Emissionen entfallen dürften", betonte Beyrer. "Dies zu ignorieren ist unverantwortlich."

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