Woody Allen kritisiert österreichische Homo-Debatte

Solidarisch mit Polanski

Wien (OTS) - Woody Allen übt in der morgen erscheinenden NEWS-Ausgabe scharfe Kritik an der in Österreich geführten Debatte um die Eheschließung Homosexueller. In einem Interview zum Start des Films "Whatever Works", in dem es auch um einen spätberufenen Homosexuellen geht, wird Allen deutlich: "Das ist das Blödeste, was einem einfallen kann. Das ist absurd! Warum sollen Homosexuelle nicht heiraten können wie jeder andere auch? Das geht doch keinen was an! Sie sollen dieselben Rechte haben wie Heterosexuelle und auch nach dem gleichen Ritus heiraten dürfen, wenn sie das wollen. Das ist ein Thema auf das sich Leute draufsetzen, die polarisieren wollen. Leute, die selber alle Arten von Problemen haben, psychische oder sexuelle."

Allen fordert im NEWS-Interview außerdem die Einstellung des Verfahrens gegen Roman Polanski: "Es ist keine Frage: Er hat ein Verbrechen begangen. Das würde er selber auch zugeben. Aber er hat schon eine harte Strafe dafür bezahlt. Nach einem 45 Tage langen Gefängnisaufenthalt hatte er Aufenthaltsverbot in den USA. Er konnte sich niemals frei bewegen, nicht reisen, wohin er wollte. Er führt das Leben eines Flüchtlings. Und seine Karriere hat gelitten. Er hatte ein schwieriges Leben und hat sich gut benommen in den letzten 45 Jahren. Er hat sich nichts zuschulden kommen lassen, ist ein respektabler Bürger, ein Leistungsträger und hat hart gearbeitet. Jetzt, wo er ein solides Mitglied der Gesellschaft geworden ist, sagt man plötzlich: "So den schnappen wir uns jetzt!" In Kalifornien laufen massenweise Bewaffnete herum, die andere ermorden, ausrauben und mit Drogen dealen. Das sind die Leute, auf die man sich konzentrieren sollte in der Verbrechensbekämpfung. Wenn jemand für so lange Zeit bewiesen hat, dass von ihm keine Gefahr mehr ausgeht, sollte man ihn in Frieden lassen. Das nennt man Rehabilitation. Jeder Bankräuber wird bei guter Führung vorzeitig entlassen. Die wussten doch all die Jahre, wo er sich aufhält! Plötzlich wird das so wichtig? Ich traue den Leuten nicht, die ihn jetzt verfolgen. Da muss noch eine andere Motivation dahinter stecken. Denn sonst wäre das Vorgehen unlogisch. Er ist kein Top-Gesuchter wie ein Massenmörder oder ein Kriegsverbrecher. Hier wird das Geld der Steuerzahler auf nicht besonders intelligente Art ausgegeben. Ich verstehe das einfach nicht."

Rückfragen & Kontakt:

Sekretariat NEWS
Chefredaktion
Tel.: (01) 213 12 DW 1103

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NES0001