Kapitalmarktbeauftragter Schenz bedauert Einschränkung der Wahlmöglichkeiten bei der Reform der Zukunftsvorsorge

Wien (OTS) - Kapitalmarktbeauftragter Richard Schenz unterstützt nach wie vor die von Finanzminister Pröll ausgearbeiteten Änderungsvorschläge bei der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge:
"Mit den im Ministerrat beschlossenen Änderungen werden die richtigen Lehren aus der Finanzmarktkrise gezogen und die Rahmenbedingungen für das erfolgreiche Zukunftsvorsorgeprodukt im Interesse der Kunden angepasst. Durch Senkung der Aktienquote und insbesondere durch Einführung des Lebenszyklusmodells wird das Zukunftsvorsorgeprodukt noch besser auf die Bedürfnisse der Kunden ausgerichtet".

Schenz weiter: "Leider wurde die ursprünglich vorgeschlagene Möglichkeit für die Kunden, zwischen einer garantierten Variante und einer garantiefreien Variante wählen zu können, die von mir ausdrücklich unterstützt wird, nicht umgesetzt. Insbesondere bei einer sehr langen Anspardauer kostet die Garantie viel Rendite. Sinnvoll wäre es daher, wenn die Kunden die Möglichkeit hätten, in der ersten Phase im Interesse einer höheren Rendite garantiefrei anzusparen und vor der Pension in die garantierte, sichere Variante zu wechseln."

Kapitalmarktbeauftragter Schenz abschließend: "Ich bin allerdings verärgert, dass die garantiefreie Variante von einzelnen Stimmen als staatlich geförderte Spekulation bezeichnet wurde, wo doch gerade das Zukunftsvorsorgeprodukt mit nunmehr reduzierter Aktienquote von 30% ein langfristiges, über Jahrzehnte laufendes Ansparprodukt ist. Jeder weiß, dass langfristiges Aktiensparen nicht als Spekulation bezeichnet werden kann und darüber hinaus die Aktienquote im Laufe der Ansparphase gemäß dem Lebenszyklusmodell auf 25 % bzw. 15 % fällt. Diese wichtige Produktvariante, die parallel zur kapitalgarantierten Variante angeboten werden sollte, als Spekulationsprodukt zu bezeichnen, zeigt von erheblicher Unkenntnis des Kapitalmarktes. Die vielen potenziellen Zeichner der garantiefreien Zukunftsvorsorgevariante sind nun gezwungen, die im Laufe der Jahrzehnte anfallenden erheblichen Garantiekosten zu tragen."

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