vida unterstützt NGO-Forderung nach alternativem Krisenpaket

Kaske: "Höchste Zeit, Verteilungsdebatte zu führen"

Wien (OTS) - (vida/ÖGB) Die Gewerkschaft vida unterstützt die Forderung nach einem alternativen Krisenpaket, wie es einige NGOs heute im Rahmen einer Pressekonferenz eingefordert haben. "Im ersten Schock nach Ausbruch der Wirtschaftskrise richtete die Politik ihre volle Aufmerksamkeit auf die Rettung der Banken und die Stabilisierung der Wirtschaft. Jetzt sind die Menschen dran. Es ist höchst an der Zeit, die Verteilungsdebatte zu führen", sagt vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.++++

Weltweit herrscht eine große Unzufriedenheit mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Laut einer vor wenigen Tagen veröffentlichten Studie im Auftrag der BBC waren nur 11 Prozent der Befragten in 27 Ländern der Ansicht, dass der Kapitalismus in seiner derzeitigen Form gut funktioniere. In Deutschland äußerten sich 83 Prozent kritisch und befürworteten eine Regulierung und Reformen des kapitalistischen Systems. "Unsere PolitikerInnen tun gut daran, dieses Stimmungsbild ernst zu nehmen. Auch in Österreich steigt bei den Menschen das Unbehagen wegen der Ungleichbehandlung von Vermögenden und ?kleinen? EinkommensbezieherInnen", sagt Kaske.

Die reichsten zehn Prozent der ÖsterreicherInnen besitzen 70 Prozent aller Vermögen. Wer sehr reich ist, kann sein Vermögen gewinnbringend veranlagen und kommt so - ohne Arbeit - zu einem ansehnlichen Einkommen. 60 Milliarden Euro sind in Österreich in Privatstiftungen steuerschonend geparkt. "Um eine gerechtere Verteilung zu erreichen, muss die Besteuerung großer Vermögen angegangen werden", verlangt Kaske.

Angesichts der hohen und voraussichtlich auch 2010 weiter steigenden Arbeitslosigkeit fordert der Gewerkschafter die rasche Erhöhung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe. "Bei der steuerlichen Privilegierung der Reichen liegen wir EU-weit im Spitzenfeld, bei der Absicherung der Arbeitslosen zählen wir zu den Schlusslichtern. Der Gerechtigkeitssinn der meisten Menschen sagt, es müsste umgekehrt sein", so Kaske abschließend.

ÖGB, 18. November 2009 Nr. 699

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