ARBÖ: Autofahrer haben Hausaufgaben für Kioto gemacht

Pkw sind nicht Hauptverursacher - nur 12 Prozent aller CO2-Emissionen kommen von Pkw

Wien (OTS) - Die Autofahrer in Österreich wurden in den letzen fünf Jahren im Namen der Umwelt massiv zur Kassa gebeten und haben ihre Kioto-Hausaufgaben gemacht, ruft der ARBÖ anlässlich der Kioto-Diskussion im Nationalrat am Mittwoch in Erinnerung: Zweimal wurde die Mineralölsteuer erhöht (2004, 2008), zweimal die Normverbrauchsabgabe für Autokäufer verschärft (2005 Bonus-Malus wegen Partikelfilter, 2008 CO2-Malus) und der Sprit in drei Etappen wegen Zumischung biogener Treibstoffe verteuert (2005 zu Diesel, 2007 zu Benzin, 2009 Aufstockung bei Diesel).

Im Jahr 2007 stammten 10,5 Millionen T- Emissionen von 88 Millionen Tonnen, geht aus dem Kioto-Kontrollbericht des Umweltbundesamtes für das Jahr 2007 hervor (siehe Grafik: Download via http://www.arboe.at/pressenews.html). "Damit ist sonnenklar, dass Pkw im Inland nicht die Hauptverursacher von CO2-Emissionen sind. Pkw stehen vielmehr erst an vierter Stelle, nach Industrie und Gewerbe 29 Prozent, Energieaufbringung mit 16 Prozent und dem Kleinverbrauchern (Raumwärme) mit 12,6 Prozent", unterstreicht Lydia Ninz, Leiterin der Interessensvertretung und Öffentlichkeitsarbeit des ARBÖ.

Die jetzt in der Öffentlichkeit diskutierten Kioto-Daten sind leider veraltert und gehen auf das Jahr 2007 zurück. "Die rasanten Fortschritte, die im Pkw-Bereich im Inland in den Jahren 2008 und 2009 erzielt wurden, konnten logischerweise in der Statistik des Jahres 2007 nicht einfließen." Seitdem ist es nach Schätzungen des ARBÖ im gesamten Verkehrsbereich gelungen, mindestens weitere 2,6 Millionen Tonnen CO2 einzusparen: Erstens wurde - nicht nur krisenbedingt - weniger gefahren (2008 sank Treibstoffverbrauch um 3,75 Prozent, 2009 um weitere drei Prozent) und mehr auf Öffis sowie aufs Rad umgestiegen. Zweitens wurden massiv neue, umweltfreundlichere Autos gekauft: Inzwischen stoßen 71 Prozent aller neu gekauften Autos (von Januar bis Oktober 2009) weniger als 120g CO2 pro Kilometer aus. 2007 waren es in diesem Zeitraum erst 58 Prozent gewesen. Über 90 Prozent aller neu gekauften Diesel-Pkw haben inzwischen einen Dieselpartikelfilter. Drittens war Österreich in Europa Vorreiter bei der Zumischung von Biosprit.

Zur Erinnerung: Die Kioto-Periode beginnt erst 2008 und geht bis inklusive 2012. Im Durchschnitt dieser fünf Jahre soll Österreich das Kioto-Ziel von 68,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente erreichen. Nicht das erste Jahr ist entscheidend, sondern alle fünf Jahre. Ob Österreich das Kioto-Ziel erreichen wird oder nicht kann derzeit niemand verlässlich sagen, schon gar nicht aufgrund der alten Zahlen. Die Abweichung vom Kioto-Ziel betrug 2007 insgesamt 8,1 Millionen Tonnen. Dieser Fehlbetrag ist kein Grund zur Panikmache, so der ARBÖ.

Die Grafik "Hauptverursacher Treibhausgase 2007 in Prozent" kann via http://www.arboe.at/pressenews.html heruntergeladen werden.

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