Ärzte weiter zu Dialog mit SVA bereit - Vertragsloser Zustand aber in Vorbereitung

ÖÄK-Vize Wawrowsky: "Vertrauensverlust durch SVA-Ablehnung einer Reformvereinbarung mit Verbesserung für Patienten"

Wien (OTS) - Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind weiter zu Gesprächen mit der SVA bereit. Dennoch wird der Vertragslose Zustand vorsorglich intensiv vorbereitet, wie der Bundeskurienobmann der Niedergelassenen Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident Günther Wawrowsky heute in einer Aussendung mitteilte. Wawrowsky sprach von "Vertrauensverlust" gegenüber der SVA. Der Vorstand der Versicherung habe zuletzt einen Verhandlungskompromiss verworfen, obgleich dieser erhebliche Verbesserungen für die SVA-Patienten beinhaltete: Das in dieser Reformvereinbarung vorgesehene Plus bei Visiten und Gesprächsmedizin wäre durch interne Umschichtungen weitgehend von den niedergelassenen Ärzten selbst finanziert worden. Auch war seitens der Ärzte vorgesehen, die Möglichkeit von Leistungen unter einem Dach durch den Abschluss einer Gruppenpraxen-Vereinbarung endlich auch SVA-Patienten zu ermöglichen.

Der in mehrmonatigen Gesprächen erzielte Kompromiss hätte nach vierjährigem Honorarverzicht der Ärzte lediglich rund ein Prozent Honorarerhöhung bedeutet. "Die niedergelassenen Ärzte haben der SVA in den zurückliegenden vier Jahren rund 38 Millionen Euro durch Honorarverzicht eingespart. Daher war die brüske Ablehnung des Vertrags durch den SVA-Vorstand keine zielführende Antwort auf die langjährige Kooperationsbereitschaft", unterstrich Wawrowsky die konstruktive Haltung der Ärzte.

Insgesamt sei der Anteil der ärztlichen Honorare an den Gesamtausgaben der SVA von 85 Prozent im Jahr 1997 auf 62 Prozent im Jahr 2008 stark abgesunken. "Damit sind die niedergelassenen Ärzte keine Kostentreiber, sondern helfen Kosten dämpfen", betonte der ÖÄK-Vizepräsident.

Wawrowsky verwies darauf, dass die SVA derzeit über ein Leistungsangebot verfügt, dass sich von jenem der Gebietskrankenkassen in zahlreichen für Unternehmer und Selbstständige wesentlichen Punkten unterscheide. So gebe es etwa Psychotherapie und Operationsleistungen auf Kassenbasis , sowie auch die Möglichkeit einer gezielten ärztlichen Koordinierung von Terminen z.B. für schnelle Untersuchungen. Grundsätzlich sei der SVA-Katalog auf den Bedarf von Unternehmern und Selbstständigen zugeschnitten. "Bei einem Umstieg auf Gebietskrankenkassen-Niveau würden die Unternehmer viele ihner wichtigen Leistungen verlieren", so Wawrowsky. Auch seien die Gebietskrankenkassen-Tarife mit Rücksicht auf die Klientel vielfach Sozialtarife und in vielen Bereichen längst nicht mehr kostendeckend.

Sollte die SVA nicht bis zum 31.12.2009 die Bundesschiedskommission anrufen, tritt der Vertragslose Zustand für SVA-Patienten am 1.1.2010 in Kraft. Damit müssen SVA-Patienten künftig alle Arztleistungen vor Ort selbst begleichen, sie erhalten aufgrund der über dem normalen Kassenniveau liegenden Privattarife weniger als 80 Prozent ihrer Auslagen für Honorare von der Kasse zurückerstattet und müssen dennoch weiterhin monatlich ihre Kassenbeträge errichten. Der Sozialversicherung würden geschätzte Verwaltungskosten im Ausmaß von rd. sieben Millionen Euro jährlich entstehen. (bm)

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