Neues Volksblatt: "Wenig Platz" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 17. November 2009

Linz (OTS) - Gleich am Tag ihrer Kür bekam die designierte Wiener ÖVP-Chefin und Spitzenkandidatin für die Gemeinderatswahl, Christine Marek, einen Vorgeschmack darauf, was sie in ihrer neuen Aufgabe erwartet. Sie muss in eine Wahlschlacht ziehen, in der der regierende SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl offensichtlich gewillt ist, für seinen eigenen Ausspruch, wonach ein Wahlkampf "die Zeit fokussierter Unintelligenz ist", den Wahrheitsbeweis anzutreten. Wenn Häupl mit dem treuherzigen Verweis, dass ihm Bürgerpartiziption ein Anliegen sei, ein paar Monate vor der Wahl Themen wie die Hausmeister oder den 24-Stunden-Betrieb der U-Bahn zum Gegenstand einer Volksbefragung macht, dann hält er entweder die Wiener für blöd oder er streut ihnen Sand in die Augen. Die SPÖ regiert mit absoluter Mehrheit, sie könnte also alles umsetzen, was sie für richtig hält. Häupl will die Wiener wohl einlullen, damit sie dann am Wahltag deshalb für ihn stimmen, weil er tut, worüber er sie zuvor abstimmen hat lassen. Der Wahlkampf dauert also von Jahresbeginn bis zur Herbstwahl, der Bürgermeister ist omnipräsent. Dass die FPÖ dem nur noch Krawallparolen entgegenhalten wird, ist klar, für Mareks ÖVP und die Grünen, so ist zu fürchten, ist in der Wahrnehmung sehr wenig Platz.

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