Kärnten stark bei Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Bildung

LH Dörfler und BAKBASEL präsentierten erfreuliches Studienergebnis - Kärnten ist zukunftsfit und wird Spitzenspieler in Euregio "Villa Manin" sein

Klagenfurt (OTS/LPD) - Kärnten hat eine überdurchschnittlich hohe wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit. Das zeigt eine aktuelle Studie, die vom renommierten Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut BAKBASEL im Auftrag der italienischen Region Veneto durchgeführt wurde. Kärnten wurde darin auch bei Innovationskraft, Bildung und bei der Entwicklung der Investitionsgüterindustrie ausgezeichnet bewertet. Über die Details informierten heute, Montag, Landeshauptmann Gerhard Dörfler und BAKBASEL-Direktor Urs Müller in einer Pressekonferenz. Die Benchmarkstudie wurde über die Euregio "Villa Manin" erstellt, die morgen, Dienstag, von Kärnten, dem Veneto und Friaul-Julisch Venetien in einer trilateralen Regierungssitzung in Venedig konkretisiert werden soll.

"Die Studie bestätigt, dass Kärnten für die Zukunft wesentlich fitter ist als 1995", sagte der Landeshauptmann zum erfreulichen Ergebnis. Viele Chancen sieht er in der Euregio, der neben Kärnten und den oberitalienischen Regionen auch Slowenien sowie die kroatischen Gespanschaften Istrien und Region Rijeka angehören sollen. "Diese Euregio ist nicht nur ein Papier, das wir unterschreiben. Sie ist spannend und vielseitig. Wir wollen darin unsere Stärken bündeln, gemeinsame Projekte umsetzen und auch in Europa gemeinsam auftreten", so Dörfler. Kärnten werde in der Euregio kein "Anhängsel", sondern ein "Spitzenspieler" sein, sieht er durch die Benchmarkstudie bestätigt.

BAKBASEL hat in der Studie die "Villa Manin"-Regionen untersucht und sie auch mit den italienischen Regionen Emilia-Romagna und Marche sowie mit den EU 20 verglichen. Die Studie umfasst den Zeitraum von 1995 bis 2008. Während BIP und Produktivität in der Euregio "Villa Manin" als Gesamtes nur wenig wachsen, ist das Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum relativ hoch. Kärnten alleine aber weist ein ganz anderes Profil auf.

Direktor Müller attestierte Kärnten eine sehr positive wirtschaftliche Entwicklung. Bei Wettbewerbsfähigkeit bzw. Arbeitsproduktivität habe Kärnten ein "überproportionales Wachstum" hingelegt. Damit liege es beim Output pro Beschäftigten an der Spitze der Vergleichsregionen. Auch beim Wirtschaftswachstum sei Kärnten -abgesehen von den "Nachholregionen" Slowenien und Kroatien -"deutlich am stärksten", sagte Müller. Bei der Beschäftigungsquote liege Kärnten im EU 20- und im "Villa-Manin"-Durchschnitt, das Bevölkerungswachstum sei in Kärnten von 1995 bis 2000 leicht rückläufig und von 2000 bis 2008 wieder leicht ansteigend gewesen.

Ein hohes Wachstum bescheinigt die Studie auch der Kärntner Investitionsgüterindustrie, die mit einem Anteil von zwölf Prozent der wichtigste Sektor sei. "Das ist ein sehr erfreuliches Ergebnis für die weitere Entwicklung im Land", erklärte Müller. Der Kärntner Tourismus (Anteil sechs Prozent) habe sich zwischen 2000 und 2008 besser entwickelt als der italienische. Die Zahl der Übernachtungen nehme in Kärnten zwar ab, aber die Wertschöpfung nehme zu. Es liegt also laut dem BAKBASEL-Direktor ein Trend zum höherwertigen Tourismus vor.

Die beiden wesentlichen Faktoren für die Entwicklung Kärntens sind laut Müller die Erreichbarkeit, also Infrastruktur, und Innovation. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs hätten sich Kärnten und die Euregio "Villa Manin" im Zentrum von Europa gefunden, große Verkehrswege seien zum wichtigen Thema geworden. Bei der Erreichbarkeit sei Kärnten derzeit noch unterdurchschnittlich, so Müller. Führend sei Kärnten hingegen bei der Innovation. Beim Ausbildungsniveau liege es ganz klar in der oberen Hälfte, während vor allem Italien noch hinterherhinke. Bei den Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Verhältnis zum BIP (1995 - 2007) habe Kärnten den höchsten Anteil und die stärkste Steigerung der Regionen.

Der Landeshauptmann ergänzte, dass Kärnten im österreichischen Bundesländervergleich bei den F&E-Ausgaben an dritter Stelle liege. Er nannte den Lakesidepark und Forschungsinitiativen von Unternehmen wie Mahle oder Infineon: "Wir werden am Forschungsdrücker bleiben." Zum Thema Erreichbarkeit verwies er auf Kärntens umfassende Infrastrukturinvestitionen in Straße und Schiene. Hier sehe man, wie wichtig die oft verkannte Koralmbahn für Kärnten und Europa sei. Auch der Ausbau der S37 sei wesentlich für den Standort Kärnten, betonte Dörfler.

Der Landeshauptmann hob außerdem den Stellenwert von Bildung und Integration für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hervor. "Ich verstehe unter Politik, dass es nicht zwei Gesellschaften gibt. Es muss hohe Bildungsqualität für alle geben, daraus ergeben sich auch Jobs für alle", betonte er. Wesentlich dabei sei aber, dass es keine unbegrenzte Zuwanderung gebe, sonst würde auch die Akzeptanz der Bevölkerung fehlen.
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