Schultes: Getreidepreise in Österreich sehr niedrig und nicht Schuld am Welthunger

LK-Präsident: Lagervorräte jetzt anlegen und damit Spekulationen verringern

St. Pölten (OTS) - Heftige Kritik übt Niederösterreichs LK-Präsident Hermann Schultes an der Darstellung der Getreidepreis-Situation anlässlich der in Rom stattfindenden Welternährungskonferenz. "Die FAO sieht die hohen Preise für Nahrungsmittelimporte als Auslöser der Hungersnöte in den afrikanischen Ländern. Tatsächlich sind die Getreidepreise in Österreich so niedrig wie schon lange nicht mehr, sie sind sicher nicht Schuld am Welthunger", wehrt sich Schultes gegen diese Vorwürfe. Als Hauptproblem sieht der LK-Präsident vielmehr die mangelnde Verteilungslogistik aufgrund der schlechten Infrastruktur.

"Eine Fernversorgung der hungernden Bevölkerung mit Getreide ist nur sehr schwer möglich", kritisiert Schultes die mangelnde Verteilung. Notwendiger als die Importe wäre für den LK-Chef daher, die eigene Produktion und damit die Selbstversorgung in diesen Ländern anzukurbeln: "Überall dort, wo Regierungen schlecht arbeiten, zieht die ländliche Bevölkerung in die Städte und leidet dann noch viel stärker unter der Hungersnot", so der Präsident.

Er fordert einmal mehr, verpflichtende Lagervorräte für Lebensmittel anzulegen, wie sie bei Erdöl und Ergas bereits seit Langem bestehen. Diese Sicherheitspolster würden Spekulationen mit Lebensmitteln entgegenwirken und extreme Preisschwankungen verhindern. "Die EU hat das Lebensmittelankaufsprogramm (Intervention) zur Marktbeeinflussung praktisch aufgegeben. Der Markt ist daher den Kräften des Geldes überlassen", kritisiert Schultes auch die Situation in Europa. Gerade jetzt wäre der richtige Zeitpunkt, Getreide für solche Lager vom Markt aufzukaufen, da es billig ist, gibt Schultes zu bedenken. (Schluss)

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