AK-Arbeitsmarktanalyse: Jugendliche sind die großen Verlierer der Krise

Linz (OTS) - Die AK Oberösterreich hat den oberösterreichischen Arbeitsmarkt im 3. Quartal 2009 analysiert. Das Ergebnis: Der weitaus größte Teil des Beschäftigungsrückganges geht auf Kosten der Männer. Sie sind viel stärker als Frauen von Arbeitslosigkeit, Schulungen und Kurzarbeit betroffen. "Die großen Verlierer der Wirtschaftskrise sind die Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren", sagt AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer.

Im September 2009 hatten 11.626 oberösterreichische Jugendliche keine Arbeit. Das ist ein Plus von 40,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 6035 waren arbeitslos, 4613 in Schulung und 978 auf Lehrstellensuche. Viel zu wenige Lehrplätze gibt es in den Branchen Metall und Handel, einen eklatanten Überschuss im Fremdenverkehr. Die Anzahl der abgeschlossenen Lehrverträge ging insgesamt um 11,36 Prozent zurück, stieg jedoch bei Nicht-WK-Mitgliedern (+ 20,78 Prozent) und in Ausbildungseinrichtungen (+ 20,99 Prozent). "Es ist höchst an der Zeit, die überbetriebliche Lehrausbildung zu forcieren und unsere Forderung nach einer Jugendausbildungsgesellschaft zu realisieren", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Insgesamt war das 3. Quartal 2009 von den Effekten der Wirtschaftskrise geprägt. Die Beschäftigung ist in Oberösterreich im Vergleich zum Vorjahr um 2,1 Prozent zurückgegangen. Hauptbetroffen vom krisenbedingten Rückgang waren Männer.

Der Arbeitskräfteüberschuss stieg um 46,9 Prozent bzw. 14.503 Personen auf 45.440. Der größte Teil dieser Personen ist arbeitslos oder in Schulung. Rund 12.000 Arbeitnehmer/-innen befanden sich im dritten Quartal in Kurzarbeit.

Am stärksten von der Krise betroffen sind die Branchen Metall-Elektro (minus 7415 Beschäftigte) und Arbeitskräfteüberlassung (minus 6829). Spürbare Beschäftigungszuwächse gab es hingegen im Gesundheits- und Sozialbereich sowie in der öffentlichen Verwaltung.

Die Arbeitslosenquote betrug 4,5 Prozent, der Stellenandrang lag bei 4,2 Arbeitslosen je offener Stelle. Zusammen veranschaulichen die beiden Indikatoren die unterschiedlichen Probleme auf dem Arbeitsmarkt: Während die Leasingbranche von sehr hoher Arbeitslosigkeit (16,2 Prozent) bei vergleichsweise geringem Stellenandrang (2,2) geprägt ist, entfallen in der Metallbranche mittlerweile 14,6 Arbeitslose auf jede offene Stelle bei einer unterdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,9 Prozent.

"Angesichts dieser Zahlen sind weitere rasche Anstrengungen zur Ankurbelung der Konjunktur dringend notwendig", so Kalliauer. Er erneuert nachdrücklich seine Forderung nach einem weiteren Konjunkturpaket.

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