Pirklhuber zu FAO: "Welternährungskrise Folge verfehlter Agrarpolitik"

Exportsubventionen und Zölle Grund für Zerstörung von Landwirtschaft in vielen Entwicklungsländern

Wien (OTS) - "Die Welternährungskrise ist das Ergebnis einer verfehlten Agrarpolitik und der systematischen Verletzung des Menschenrechts auf Nahrung", erklärte der Landwirtschaftssprecher der Grünen, Wolfgang Pirklhuber. Während für die Finanzkrise Milliardenbeträge bereit gestellt werden, habe die internationale Gemeinschaft bisher bei der Bekämpfung des weltweiten Hungers völlig versagt. "Die Zolllinien und handelsverzerrenden Exportsubventionen von EU und Nordamerika haben dazu geführt, dass die auf den eigenen Markt ausgerichtete Landwirtschaft in vielen Entwicklungsländern geschwächt oder sogar zerstört wurde. Gleichzeitig hat es die internationale Entwicklungspolitik verabsäumt, eine ländliche Entwicklung und bäuerliche Strukturen, die geeignet wären, die Hungerproblematik zu entschärfen, zu stärken", so Pirklhuber anlässlich des Welternährungsgipfels in Rom.

"Vom Millenniums-Entwicklungsziel, den Anteil der Hungernden weltweit bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren, sind wir weiter denn je entfernt." Zu den strukturellen Ursachen der Nahrungsmittelkrise zähle auch der hohe Fleischkonsum in den Industrie- und Schwellenländern. Weltweit werde mehr als ein Drittel der Ackerfläche für die Futtermittelerzeugung zur Verfügung gestellt. Fast die Hälfte der globalen Getreideernte und bis zu 90 Prozent der jährlichen Erträge von Sojabohnen landen in den Trögen der weltweit 20 Milliarden Nutztiere. Forschung sowie Handels- und Entwicklungspolitik müssten grundsätzlich neu ausgerichtet werden, fordern die AgrarexpertInnen. Höchste Priorität müsse die Förderung von Anbaumethoden haben, die den ökologischen und sozialen Bedingungen der jeweiligen Region angepasst seien, sagte Pirklhuber.

Die Grünen fordern die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass das "Recht auf Nahrung" bindendes Kriterium für die internationale Agrarpolitik wird. Die europäische Agrarpolitik muss unverzüglich mit dem Menschenrecht auf Nahrung, den Millenniumszielen sowie den entwicklungspolitischen Zielen der Union abgestimmt werden. Handelsverzerrenden Exportsubventionen der EU gehören umgehend abgeschafft.

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