BM Schmied am Tag der Toleranz: "Bundesehrenzeichen für Menschenrechte und Toleranz"

Initiativen für mehr und bessere politische Bildung werden konsequent fortgesetzt

Wien (OTS) - Heute ist der internationale Tag der Toleranz. An diesem wichtigen symbolischen Tag verleiht Bildungsministerin Claudia Schmied die Bundesehrenzeichen 2009 an Menschen, die sich in den vergangenen Jahren durch Initiativen im Bereich "Toleranz und Menschenrechte" ausgezeichnet haben.

Insgesamt werden heute 36 Personen - darunter auch die Schauspieler Otto Tausig oder Elisabeth Orth - aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und aus allen Bundesländern für ihren unermüdlichen Einsatz für die Gesellschaft geehrt.

"Es ist mir ein besonderes Anliegen, die Bundesehrenzeichen 2009 an Menschen zu verleihen, die sich für jene einsetzen, die unsere Hilfe ganz besonders benötigen. Ausgrenzung, Intoleranz, Fremdenhass und Diskriminierung sind Grundübel unserer Gesellschaft. Die heute Geehrten arbeiten Tag für Tag daran, dass die Welt ein Stück menschlicher wird. Sie sind Botschafter einer besseren Welt", so Bildungsministerin Claudia Schmied zur Ehrung.

Die heutige Verleihung der Bundesehrenzeichen ist Teil eines umfassenden Programms gegen Intoleranz, das Bundeskanzler Werner Faymann und Bildungsministerin Claudia Schmied im Frühjahr 2009 präsentiert haben.

Neben der Verleihung der Bundesehrenzeichen umfasst dieses Programm folgende Punkte:

1.) Noch ab diesem Studienjahr 2009/10 werden alle angehenden PflichtschullehrerInnen im Rahmen ihrer Ausbildung Ausbildungsmodule zur politischen Bildung besuchen. Die dafür notwendigen Leistungsvereinbarungen mit den Pädagogischen Hochschulen werden in den kommenden Wochen abgeschlossen.

2.) Seit dem Schuljahr 2008/09 gibt es erstmals das neue Fach "Geschichte und politische Bildung" in der achten Schulstufe (4. Klasse Hauptschule und 4. Klasse AHS). Die Lehrerinnen und Lehrer, die dieses Fach unterrichten, müssen bestens für diese Aufgabe ausgebildet sein. Deshalb wird ein Teil der verpflichtenden Fortbildung der PflichtschullehrerInnen, die dieses Fach unterrichten, für ein jährliches Schwerpunktmodul für politische Bildung eingesetzt. Für eine kontinuierliche fachbezogene Fortbildung ist pro Schuljahr ein Ausmaß von 1 bis 2 Halbtagen Präsenz, ergänzt um Internet-Fortbildung, vorgesehen.

3.) Möglichst alle Schülerinnen und Schüler sollen im Rahmen ihrer Schulzeit zumindest einmal eine Gedenkstätte zu den Verbrechen des Nationalsozialismus - wie etwa Mauthausen - besuchen und dort durch qualifiziertes Personal über die historischen Ereignisse und deren Bedeutung informiert werden. Bereits im heurigen Schuljahr werden erste Schritte für eine deutliche Anhebung der Besucherzahlen (bisher rund 80.000 Schüler pro Jahr) bei Schulklassen in Gedenkstätten durch Ausbildung zusätzlicher Guides in Kooperation mit dem Mauthausenkomitee gesetzt. Speziell Berufsschüler und Lehrlinge werden von der Aufstockung profitieren.

4.) Das vom Mauthausenkomitee erstellte Antirassismus-Spiel MIRAMIX wurde bereits von zahlreichen Schulen ausgezeichnet angenommen. Mit Beginn des Schuljahres wurde es den Hauptschulen, AHS, BMS, Berufsschulen und Polytechnischen Schulen in verdoppelter Auflage für die Verwendung im Unterricht mit ausgebildeten Trainern zur Verfügung gestellt.

5.) Spezielle Angebote für Berufsschulen stehen im Zentrum der verstärkten politischen Bildung. Im Rahmen des - an Berufsschulen bestehenden - Faches "Politische Bildung" wird seit dem heurigen Schuljahr ein spezieller Schwerpunkt auf Zeitzeugen-Gespräche gelegt.

6.) In Kooperation mit dem Mauthausen-Komitee werden spezielle Zivilcourage-Workshops für Jugendliche an den Schulen durchgeführt. Die Workshops werden für alle Schultypen angeboten. Fragen wie "Wie gehe ich gegen Rassismus vor?" oder "Wie verhalte ich mich als Opfer von Übergriffen?" stehen im Zentrum.

7.) Das Projekt des Bildungsministeriums "Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart" (erinnern.at) führt seine Seminar-Angebote konsequent weiter. Bereits in den kommenden Sommerferien werden erneut 50 Lehrerinnen und Lehrer zur Fortbildung nach Israel reisen und die Gedenkstätte Yad Vashem besuchen, um das Thema im Unterricht noch besser behandeln zu können. Insgesamt haben bereits über 400 Lehrerinnen und Lehrer an diesen Fortbildungsseminaren in Israel teilgenommen.

8.) "erinnern.at" erarbeitet derzeit erstmalig Arbeitsmaterialien und ein LehrerInnenhandbuch zu Antisemitismus in Österreich in Kooperation mit dem Anne-Frank-Haus Amsterdam. Außerdem wird zusätzlich zur DVD "Das Vermächtnis. Überlebende des Holocaust erzählen" eine weitere DVD für den Einsatz im Unterricht erarbeitet. Basis dafür sind Interviews mit ehemaligen ÖsterreicherInnen, die in Israel leben.

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Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur
Nikolaus Pelinka
Tel.: (++43-1) 53 120-5030, 5031

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