Caritas und Wiener Pfarren: Ein LEO für Menschen in Not

Schönborn und Landau: Hilfe zur Selbsthilfe forcieren!

Wien (OTS) - Rund eine Million Menschen in Österreich lebt laut Statistik Austria an oder unter der Armutsgrenze, etwa ein Viertel davon - nämlich 260.000 - sind Kinder und Jugendliche. Allein in Wien sind 148.000 Menschen von akuter Armut betroffen. Immer mehr Menschen brauchen dringend Unterstützung und wenden sich hilfesuchend an die Caritas. Sie können sich die grundlegendsten Dinge wie Lebensmittel nicht mehr leisten. So bleibt der Kühlschrank bei vielen Menschen vor allem zum Monatsende leer. Hier soll ab sofort das neue Projekt LeO von Caritas und Wiener Pfarren helfen. Kardinal Christoph Schönborn:
"Wir dürfen Armut nicht als Tatsache hinnehmen, sondern wir müssen gerade jetzt noch bewusster aufeinander achten. Eine Gesellschaft wird daran gemessen, wie sie mit den Schwächsten umgeht. Das Projekt LeO von Wiener Pfarren und Caritas macht Mut - gerade in einer Zeit, in der viel über Krise gesprochen wird."

Ein Drittel der Menschen, die sich hilfesuchend an die Sozialberatungsstellen der Caritas der Erzdiözese Wien wenden, haben nach Abzug der Fixkosten rund ums Wohnen weniger als 4 Euro täglich zur Verfügung. D.h. 4 Euro bleiben für Essen, Kleidung oder auch Babynahrung und Windeln für die Kinder. Caritasdirektor Michael Landau betont: "Genau hier wollen wir helfen! Mit dem Projekt LeO wird die Ausgabe von Lebensmitteln an hilfsbedürftige Menschen mit einem individuellen, kostenlosen Beratungs- und Orientierungsangebot kombiniert. Es geht um Hilfe zur Selbsthilfe - nicht um Almosen." In einem ersten Schritt wird mit neun Lebensmittel-Ausgabestellen in Wiener Pfarren gestartet, die von Ehrenamtlichen und SozialarbeiterInnen betreut werden. Insgesamt beteiligen sich 31 Pfarren mit 231 ehrenamtliche MitarbeiterInnen an diesem Projekt. Einzigartig und neu ist, dass bei LeO Akuthilfe und nachhaltige Hilfe kombiniert werden. In den Ausgabestellen erhalten armutsbetroffene Menschen zur sofortigen Entlastung des Haushaltbudgets Lebensmittel zu einem symbolischen Preis von einem Euro. Menschen mit niedrigem Einkommen oder in besonderen Notlagen können sich mit der LeO-Berechtigungskarte einmal pro Woche Lebensmittel an einer der neun Ausgabestelle abholen. Parallel zu der Soforthilfe mit Lebensmittel werden die Menschen von diplomierten SozialarbeiterInnen bedarfsgerecht und individuell beraten und informiert. Mit der kostenlosen Beratung soll den Menschen eine Perspektive auf einen Ausstieg aus der Armutsspirale gegeben werden. Zusätzlich soll mit LeO ein wohnortnahes und flächendeckendes Angebot in ganz Wien geschaffen werden, das ganz wesentlich von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen getragen wird. Außerdem wird es noch heuer tatkräftige Unterstützung vom Team Österreich von Hitradio Ö3 und Rotem Kreuz in den Bereichen Lager und Logistik geben.

Positiver Nebeneffekt von LeO ist die Verwertung einwandfreier Lebensmittel, die nicht zuletzt als Folge überzogener Konsumansprüche als Müll entsorgt würden. Lebensmittel gehören nicht in den Müll! Und dennoch wandern nach wie vor - zu einem großen Teil - einwandfreie Nahrungsmittel von Handel und Industrie Tag für Tag in den Müll. Allein in Wien landen jährlich rund 9.000 Tonnen Lebensmittel im Müll. Landau appelliert an UnternehmerInnen das Projekt nachhaltig zu unterstützen: "Die Solidarität ist groß und so haben bereits viele Unternehmen in den letzten Wochen und Monaten Ihre Hilfe zugesagt. Dafür ein herzliches Danke! Weitere Lebensmittelspenden für Menschen in Not werden jedoch noch dringend gebraucht. Denn gerade jetzt im Winter stehen viele Menschen vor der Entscheidung: essen oder heizen? Die Nachfrage ist groß."

Am 19. November 2009 zwischen 14 und 17 Uhr werden bei einem Aktionstag der youngCaritas am Wiener Stephansplatz haltbare Lebensmittel für das Projekt LeO gesammelt. Insgesamt beteiligen sich 30 Schulen aus und rund um Wien. Außerdem werden ab 17 Uhr bei der Caritas-Aktion "Eine Million Sterne" rund 5.000 Kerzen entzündet. (Infos unter www.caritas-wien.at) Zusammen sollen sie als ein sichtbares und solidarisches Zeichen gegen Armut und soziale Ausgrenzung leuchten.

Caritas-Spendenkonto
PSK 2.060.000, BLZ 60.000
Kennwort "LEO"

Rückfragen & Kontakt:

Mag.(FH) Klaus Schwertner
Pressesprecher, Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: 01/878 12-221, Mobil: 0664/848 26 18
E-Mail: klaus.schwertner@caritas-wien.at
www.caritas-wien.at

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