- 13.11.2009, 12:40:02
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Zugkräftiger Schritt zum Hauptbahnhof 2020
Neues Betriebsgebäude der Traktion wurde feierlich eröffnet
Graz (OTS) - Die Bedeutung des Grazer Hauptbahnhofes als
Verkehrsknotenpunkt wird in den kommenden Jahren sowohl national als
auch international weiter stark steigen, insbesondere auch durch die
Anbindung der Koralmbahn. Die ÖBB tragen dem bereits jetzt mit
umfangreichen Investitionen Rechnung. Ein im wahrsten Sinn
"zugkräftiger" Schritt wurde am Freitag mit der Eröffnung des neuen
Betriebsgebäudes als Teil des Standortes der Traktion, dem
"Lokomotiven-Logistiker" der ÖBB, gesetzt. Der Standort in der Grazer
Waagner-Biro-Straße wurde um zehn Millionen Euro in einer Bauzeit von
19 Monaten, somit weniger als vorgesehen, neu errichtet und
optimiert, zeigten sich ÖBB-Vorstandssprecher Peter Klugar und
Traktions-Geschäftsführer Bernhard Benes bei der Eröffnungsfeier
erfreut.
Das ist alles neu
Neu errichtet wurden das Traktionsgebäude, in dem neben der Traktion
nun auch die Rail Cargo Austria (RCA) beheimatet ist, und das auf
vier Etagen über eine Nutzfläche von 2400 Quadratmetern verfügt, die
Südhalle für den Fahrzeugcheck sowie eine Tankanlage im Bereich der
Südhalle, eine Trafostation und die entsprechenden Gleisanlagen. "Zum
Teil wurden dabei auch Anlagen aus dem Jahr 1920 ersetzt, die ihre
technische Nutzungsdauer also schon bei weitem überschritten hatten",
verwies Traktionsgeschäftsführer Bernhard Benes auf die
Dringlichkeit der Investitionen.
Ein besonderes Schmuckstück ist die neue 60 Tonnen schwere
Schiebebühne, die aus Dresden mittels Sondertransport Anfang Oktober
nach Graz gebracht wurde und spätestens ab dem Fahrplanwechsel am 13.
Dezember voll einsatzbereit sein wird.
Einsparungen durch Investitionen
In den Neubau und die Optimierung des Traktions-Betriebsgebäudes
wurden zehn Millionen Euro investiert, sechs Millionen davon
entfielen auf die Außenanlagen. Die Investition ermöglicht aber nicht
nur die aktuellen und künftigen Anforderungen besser zu bewältigen,
sondern bringt auch enorme Einsparungen mit sich:
So entfallen künftig drei Traktions-Stellwerke, die bisher für die
interne Betriebsabwicklung notwendig waren. Die
Triebfahrzeugabstellung wird nun durch die Schiebebühne einfacher und
weit weniger zeitaufwändig. Um eine Lok bereitzustellen, waren bisher
oft umfangreiche und zeitintensive Rangierarbeiten erforderlich.
Durch diese Bühne können Triebfahrzeuge künftig auf das für sie
bestimmte Gleis "quer geschoben" werden, der Zugriff auf
Triebfahrzeuge wird dadurch einfacher, schneller und damit
kostengünstiger. Gleiches gilt für die nun bestens situierte
Tankanlage, wodurch zeitintensive Zu- und Abfahrten bei
Betankungsvorgängen entfallen.
"Der Standort ist damit fit für die Anforderungen, die in Zukunft an
den neuen Verkehrsknoten Graz gestellt werden, und ermöglicht eine
weitere Verbesserung der Qualität im Zugverkehr", so Peter Klugar,
Vorstandssprecher der ÖBB-Holding AG.
Was macht und wer ist die Traktion?
Die ÖBB-Traktion GmbH betreibt die Geschäftsfelder Service,
technischer Wagendienst und Fahrbetrieb, also die Bespannung von
Zügen sowie den Personaleinsatz. Die Leistungen werden hauptsächlich
für die ÖBB Personenverkehr AG und die Rail Cargo Austria (RCA)
erbracht. Am Standort Graz sind knapp 320 Mitarbeiter beschäftigt, in
der gesamten Steiermark mit den Stützpunkten Bruck und Leoben,
Knittelfeld, Mürzzuschlag und Selzthal sind es 774 Mitarbeiter. Mehr
als 100 Loks sind steiermarkweit stationiert. Von Graz aus werden
jedes Jahr mehr als acht Millionen Kilometer "produziert",
steiermarkweit sind es 25 Millionen Kilometer. Der Traktionsbereich
erstreckt sich über mehr als ein Viertel des gesamten
ÖBB-Streckennetzes, täglich werden etwa 900 Züge traktioniert, also
"gezogen" (vom lateinischen trahere).
Projekt Graz Hauptbahnhof 2020 schreitet voran
Mit der Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes der Traktion wurde
ein weiterer wesentlicher Schritt hin zur Realisierung des
Gesamtkonzepts "Verkehrsknoten Graz Hauptbahnhof 2020" gesetzt.
Einige Teile des Projekts - wie etwa die Errichtung der Halle für
Technische Services oder der Bau des Elektronischen Stellwerks, von
dem aus alle Verkehrsbewegungen am Hauptbahnhof sowie jene bis
Werndorf im Süden und Gratkorn im Norden gesteuert werden - sind
bereits abgeschlossen. Mit diesen Projekten und weiteren großen
Vorhaben (etwa neue und längere Bahnsteige, komplett neue Überdachung
der Bahnsteige, Gleisanlagen und Personentunnel Nord) werden
insgesamt 169 Millionen Euro investiert.
"Mit Fertigstellung des Projekts Hauptbahnhof 2020 können wir auch in
Sachen S-Bahn sozusagen den Takt weiter kräftig erhöhen", versicherte
Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder. Was wiederum Sport- und
Umweltlandesrat Manfred Wegscheider freute. "Weil jeder mit dem Zug
anstatt dem Auto gefahrene Kilometer aktiv zum Klimaschutz beiträgt",
betonte Wegscheider die ökologische Bedeutung des Schienenverkehrs.
ÖBB: Österreichs größter Mobilitätsdienstleister
Als umfassender Mobilitätsdienstleister sorgt der ÖBB-Konzern
österreichweit für die umweltfreundliche Beförderung von Personen und
Gütern. Mit rund 42.000 MitarbeiterInnen und Gesamterträgen von 5,8
Mrd. EUR ist der ÖBB-Konzern ein wirtschaftlicher Impulsgeber des
Landes. Im Jahr 2008 wurden von den ÖBB 456 Mio. Fahrgäste und 98,5
Mio. Tonnen Güter transportiert. Strategische Leitgesellschaft des
Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.
Rückfragehinweis:
Walter Mocnik, Pressesprecher Steiermark
Tel.: +43 664 9603235
mailto:[email protected]
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