"KURIER"-Kommentar von Christoph Kotanko: "Unbequeme Wahrheit"

Arigona-Populismus wird die Probleme von Asyl und Zuwanderung nicht lösen.

Wien (OTS) - Arigona Zogaj, ihre Mutter und ihre beiden jüngeren Geschwister erhalten von Innenministerium einen negativen Asylbescheid. Das kann zur Abschiebung führen. "Eine menschliche Katastrophe", meint ihr Betreuer, Pfarrer Friedl. Er hat recht - und unrecht.
Die für viele unbequeme Wahrheit ist: Dass bei den Zogajs keine Asylgründe im Sinn der Genfer Flüchtlingskonvention vorliegen, ist seit Langem klar. Nur wurden weder von der Bürokratie noch von Arigonas Betreuern die Konsequenzen gezogen.
Die Familienmitglieder hatten ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Im Kosovo gibt es Arbeitslosigkeit, Armut, Korruption, schlechte Wohnverhältnisse. Doch das begründet keinen Asyl-Anspruch.
Der Fehler in diesem Fall (und nicht nur in diesem): Asyl und Zuwanderung werden vermischt. Wenn die Zogajs zuwandern wollen, müssten sie entsprechende Schritte setzen, Anträge stellen, Begründungen liefern.
Dass das nicht längst geschehen ist, haben Pfarrer Friedl und seine Helfer zu verantworten. Sie setzen auf die Asyl-Karte, spekulieren mit medialem Rückenwind für eine Symbolfigur. Doch mit dem Populismus, den es auf beiden Seiten gibt, ist das Problem nicht zu lösen.

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