Industrie für Output-orientierte und wettbewerbsfähige Hochschulpolitik

IV-GS Beyrer: Debatte geht an Kernfragen vorbei - Zugang im Vorfeld steuern -Studienbeiträge mit kreditfinanziertem Modell andenken - Uni-Besetzungen beenden

Wien (OTS/PdI) - Für eine Output-orientierte und wettbewerbsfähige Hochschulpolitik sowie eine Reform des Schulsystems spricht sich die Industrie aus. "Die derzeitige Debatte ist seitens protestierender Studenten wie Politik eine wirkliche Themenverfehlung und geht an den Kernfragen vorbei", sagte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Markus Beyrer heute, Donnerstag, anlässlich der Sondersitzung im Nationalrat über die Situation an den heimischen Universitäten. "60 Prozent der Studienanfängerinnen und -anfänger wählen nur 10 Prozent der Studienrichtungen", führte Beyrer aus. Dies führe dazu, dass es an Absolventinnen und Absolventen naturwissenschaftlicher und technischer Studienrichtungen mangle. "Dieser Mangel ist ein Wettbewerbsnachteil für das Industrieland Österreich. Es ist daher unerlässlich, Zugangregelungen einzuführen, um ein qualitativ hochwertiges Hochschulsystem zu schaffen", so Beyrer, der darauf verwies, dass Österreich das einzige Land sei, wo es weder solche Regelungen und Studienbeiträge gebe. "Mit Blick auf den globalen Wettbewerb müssen wir für eine Topausbildung sorgen." Die Politik sei dazu aufgerufen, alle Möglichkeiten, inklusive etwa auch einer möglichen Studieneingangsphase, zu prüfen, wie sich der Zustrom der Studenten zu den einzelnen Fächern besser steuern lassen könne.

Im Zentrum der Bemühungen müsse insgesamt stehen, die vorhandenen Mittel bestmöglich für die Ausbildung junger Menschen einzusetzen. "Nur so sind wir als Industrie- und Arbeitsstandort im internationalen Wettbewerb weiter vorne mit dabei. Mittelmaß wird im Wettbewerb von heute und insbesondere von morgen nicht mehr genügen", betonte der IV-Generalsekretär. Beyrer sprach sich erneut mit Nachdruck für ein Ende der Uni-Besetzungen sowie konstruktive und sachliche Gespräche aller Beteiligten aus. "Die Erarbeitung einer Gesamtstrategie für den gesamten tertiären Sektor auf Grundlage einer Aufgaben- und Performance-Analyse sowie mehr Effizienz bei der Aufgabenteilen zwischen den institutionellen Bereichen ist dringender denn je", so Beyrer. Seit vielen Jahr(zehnt)en könne die Politik die Diskrepanz zwischen begrenzten Budgets und Kapazitäten (Raum, Lehrpersonal) einerseits und der Steuerung des Zustroms andererseits nicht auflösen.

Die Industrie trete vor dem Hintergrund nach wie vor für Studienbeiträge ein, wobei kein fähiger junger Mensch aus finanziellen Gründen vom Studium abgehalten werden solle. Dazu könnte auch ein kreditfinanziertes Modell angedacht werden. "Studienbeiträge - ob kreditfinanziert oder nicht - sind sinnvoll, weil dadurch die Studienwahl überlegter erfolgt, prüfungsinaktive Studierende aus der Statistik bereinigt werden und die Studiendauer, die in Österreich im internationalen Vergleich überlang ist, sinkt", so Beyrer. Das alte Argument von der sozialen Selektion sei "eine ewige Mär", da Stipendien-Bezieher ohnedies von den Beitragszahlungen befreit wären. "Über die Maßnahmen im Universitätsbereich hinaus gilt es, endlich auch die Reform des Schulsystems anzugehen", betonte der IV-Generalsekretär. Die Industrie habe mit ihrem Konzept "Schule 2020" ein klares Konzept auf den Tisch gelegt. Auch hier müsse man daran arbeiten, "dass nicht Potenziale 'unterwegs' im Schulsystem verlorengehen". Darüber hinaus muss die Studien- und Berufsberatung vor dem möglichen Beginn eines Studiums massiv verstärkt werden.

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