Benedikt XVI. würdigt den "heroischen Einsatz" Pauls VI.

Pastoralbesuch des Papstes in der Heimat des Montini-Papstes - "Der 'Konzils- und Nachkonzils-Papst' war Vorbild und 'mutiger Zeuge der Hoffnung'" - Der Einsatz für die Präsenz des Christentums in der Gesellschaft und in der Kultur

Brescia, 08.11.2009 (KAP) Den "heroischen Einsatz" Pauls VI. für Kirche und Welt hat Papst Benedikt XVI. bei seinem Pastoralbesuch in Brescia gewürdigt. Das Pontifikat Pauls VI. von 1963 bis 1978 sei von großen Veränderungen innerhalb der Kirche und in der Welt gekennzeichnet gewesen, erinnerte Benedikt XVI. am Sonntagabend zum Abschluss seiner Visite in Concesio, dem Geburtsort des Montini-Papstes bei Brescia. Bereits am Vormittag hatte der Papst das Eintreten seines Vorgängers für den Dialog zwischen Kirche und Gegenwartskultur hervorgehoben.

Ein solcher Dialog sei schwierig und oft kritisch, er müsse aber stets konstruktiv bleiben, betonte Benedikt XVI. in Concesio. Hier, wo Giovanni Battista Montini am 26. September 1897 geboren wurde, besuchte der Papst dessen Geburtshaus sowie die Tauf- und Pfarrkirche und segnete das neue Kulturzentrum "Istituto Paolo VI.". Bei diesem Anlass erinnerte er daran, dass Paul VI. zeitlebens die Präsenz des Christentums in der Gesellschaft, in der Kultur und gerade auch in den Künsten gefördert habe. Durch sein Eintreten für Bildung habe Paul VI. besonders jungen Katholiken die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Kultur ermöglicht. Zugleich habe er jedoch auch die negativen Aspekte der modernen Kultur kritisiert, den Subjektivismus und Individualismus sowie die grenzenlose Selbstdarstellung des Einzelnen. Ausgangspunkt für das Gespräch mit der modernen Kultur sei für Paul VI. immer der Glaube an Jesus Christus und die Kenntnis der christlichen Lehre gewesen.

Benedikt XVI. verwies darauf, dass Paul VI. mitunter von den damals vorherrschenden kulturellen Strömungen angegriffen und isoliert worden sei. In den schwierigen sechziger Jahren habe Paul VI. den Weg zur Begegnung mit Christus als einzige echte Antwort auf die Erwartungen gerade junger Menschen betont. Der Montini-Papst habe die Jugend vor falschen Ideologien und einem Konformismus gewarnt, der unbewusst die eigene Freiheit einer Vorherrschaft fremder Denk-und Handlungsweisen unterwerfen wollte. Damit sei der "Konzils- und Nachkonzils-Papst" Vorbild und "mutiger Zeuge der Hoffnung" gerade für viele junge Menschen gewesen.

Beim Besuch der Pfarrkirche von Concesio appellierte Benedikt XVI., auch heute nicht dem Zeitgeist nachzugeben. Christsein verlange Mut und Beharrlichkeit gegenüber den bisweilen starken Verlockungen von Konsumismus und praktischem Materialismus. Zum Christsein gehöre zudem Treue zur Kirche, auch wenn diese mitunter "Makel und Runzeln" aufweise. Benedikt XVI. wandte sich in diesem Zusammenhang gegen Abkapselung und Vorurteile ebenso wie gegen Rivalitäten und Spaltungen unter den Gläubigen.

Nach dem Besuch in der Pfarrkirche von Concesio fuhr Benedikt XVI. zum Militärflughafen von Brescia-Ghedi. Von hier aus trat er den Rückflug nach Rom-Ciampino an.

(forts mgl)
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