Pfarl: Nachhaltige Rohstoffversorgung bleibt zentrale Herausforderung der Papierindustrie

Papier-Sektor schafft Voraussetzungen für umweltgerechtes Wachstum - EU-Energie- und Klimapolitik darf nicht zu weiterer Schwächung der Investitionssicherheit führen

Wien (OTS/PWK841) - Ein starkes Bekenntnis zur Stärkung der Wertschöpfungskette Forst - Holz - Papier stellte Wolfgang Pfarl, Präsident der Austropapier - Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie in den Mittelpunkt seines Referates bei den Holzgesprächen 2009 in Klagenfurt. "Wir bündeln in der von uns voll unterstützten Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) unsere Kräfte zur Bewältigung der gegenwärtigen Krise und arbeiten daran, am Ende gestärkt und mit neuen, für den Holz-Sektor zukunftsfähigen Strategien daraus hervorzugehen. Die Papierindustrie schafft am Schnittpunkt der Wertschöpfungsketten Forst-Holz auf der einen Seite, und Druck-Medien-Verpackung auf der anderen Seite, mit ihren hohen Energie- und Umweltstandards und ihren nachhaltigen Produkten in vielen Bereichen die Voraussetzungen für "Green Jobs - Green Technologies - Green Growth". Eine der zentralen Herausforderungen der Branche bleibt auch im nächsten Jahr die Sicherstellung einer nachhaltigen Rohstoffversorgung zu wettbewerbskonformen Kosten -daher ist die Zusammenarbeit mit unseren Rohstofflieferanten ein Gebot der Stunde", so Pfarl, der 2010 die Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden der Kooperationsplattform Forst Holz Papier (FHP) übernimmt.

Nach den schwachen ersten drei Quartalen zeichnet sich in der Papierindustrie für das laufende Jahr ein deutlicher Produktions-und Umsatzrückgang ab. Immer noch sind mehrere hundert Arbeitskräfte in Kurzarbeit, fast alle Betriebe der Branche müssen die teuren und hocheffizienten Papiermaschinen tage- bzw. wochenweise stillstehen lassen. "Mit der Auslastung sinkt leider die Effizienz. Auch die Emissionsreduktion und weitere Verbesserungen der Energieeffizienz werden durch den diskontinuierlichen Betrieb der Anlagen deutlich erschwert. Unsere Experten arbeiten mit Hochdruck daran, den Klimaschutzbeitrag der Branche auch unter schwierigen Bedingungen mit innovativen Maßnahmen und verantwortungsvollem Energiemanagement sicher zu stellen. Vor diesem Hintergrund sehen wir jedoch der Ausgestaltung der zukünftigen klimapolitischen Rahmenbedingungen mit großer Sorge entgegen. Wenn es in Kopenhagen nicht gelingt, international verbindliche Klimaschutzverpflichtungen zu erreichen, wird das die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen am Standort Österreich gegenüber Konkurrenten in den USA und Asien dramatisch verschlechtern", verwies Pfarl auf die Bedeutung der kommenden UN-Klimaverhandlungen.

Positiv sieht der Austropapier-Präsident die aktuellen Beschlüsse des Europäischen Rates, die hohe Bedeutung nachhaltiger Waldbewirtschaftung und den Klimaschutzeffekt von Holz und holzbasierten Produkten im Rahmen eines globalen Abkommens zu bewerten und anzuerkennen.

Als Folge der schwierigen wirtschaftlichen Situation werden auch 2009 die Investitionen der Papierindustrie in Österreich weiter zurückgehen. "In guten Jahren haben die Unternehmen drei- bis vierhundert Millionen Euro investiert, manchmal sogar noch mehr. In den letzten fünf Jahren waren es nur mehr rund 150 Millionen, mit sinkender Tendenz. Wenn die Investitionen heuer den tiefsten Stand seit zwanzig Jahren erreichen, ist das auch für die Politik auf Bundes- und Landesebene ein schrilles Alarmsignal. Es muss uns gelingen, die Themenführerschaft bei neuen Technologien, die zu noch effizienterem Einsatz von Rohstoffen und Energie führen, in Österreich zu halten. Dazu bedarf es aber auch gezielter Unterstützung im Rahmen der Forschungsförderung", appellierte Pfarl abschließend. (us)

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